11.05.2018

Kreispokal Bochum

Favorit Wiemelhausen setzt sich durch

Foto: Dietmar Wäsche

Außenseiter Harpen zeigt im Bochumer Kreispokalfinale eine starke Partie, aber Westfalenligist Wiemelhausen gewinnt mit 2:0 – und freut sich auf ein Spiel gegen den VfL.

In gewisser Weise sah Jürgen Heipertz einen wichtigen Auftrag als erledigt an. Nicht etwa, dass er es als Pflichtaufgabe betrachtet hatte, den TuS Harpen im Kreispokal-Finale vor gut 900 Zuschauern mit 2:0 (1:0) zu besiegen. Vielmehr, weil seine Mannschaft dem Verein mit dem Triumph etwas zurückgeben kann. Denn Concordia Wiemelhausen darf damit in der Vorbereitung gegen den Zweitligisten VfL Bochum antreten. Ein Freundschaftsspiel mit Event-Charakter, das dem Klub wohl hohe Einnahmen in die Kassen spülen wird.

„Wir waren einfach dazu verpflichtet“, sagte Heipertz nach dem Triumph, „wir mussten mit aller Macht versuchen, das Spiel zu gewinnen.“ Ein Duell, über das Wiemelhausens Trainer nachher sagte, dass es eines „auf Augenhöhe“ gewesen sei. In dem der Bezirksligist Harpen es dem Westfalenligisten „immer schwer gemacht“ habe. „Das ist kein gewöhnlicher Bezirksligist“, urteilte Heipertz.

Außenseiter vergibt große Chancen

Was für ihn nicht gewöhnlich war: Sowohl vor als auch nach dem 1:0-Führungstreffer von Tom Franke (18.) spielte die Elf von Dietmar Hampel mutig nach vorne. Und hatte zudem beste Chancen. Allein Niklas Döhmen hätte vor der Pause zweimal treffen können. Er scheiterte aber einmal an Torhüter Thorben Schmidt (21.) und einmal am Pfosten (39.).

„Natürlich sind wir enttäuscht darüber, dass wir die Chancen nicht genutzt haben“, meinte Hampel. Er bescheinigte seinem Team ein „taktisch perfektes“ Spiel, das aus seiner Sicht keinen gerechten Ausgang gefunden hatte. „Wir waren die bessere Mannschaft“, betonte Harpens Trainer.
Es war schließlich und endlich die individuelle Klasse, die über den Ausgang des Spiels entschied. Das zeigte Christopher Schmidt eindrucksvoll, als er den Ball aus rund 20 Metern Entfernung zum 2:0 (53.) einschoss.

Vermutlich aber war es auch eine Frage der Nerven. Das zeigte sich, als Patrick Hampel frei vor Torwart Schmidt auftauchte, ihm aber geradewegs in die Arme schoss (72.). „Das tut uns schon weh“, gab sein Vater und Trainer Dietmar Hampel unumwunden zu. Feiern wollten sie dennoch. „Wir sind stolz auf das, was wir in der Saison geleistet haben“, erklärte Hampel.

Zumal in Harpen ob der Besonderheit des Finaleinzugs ohnehin schon Volksfest-Atmosphäre herrschte. Wiemelhausens Spieler mischten sich wie selbstverständlich darunter. Allerdings unter den wachsamen Augen des Trainers. Heipertz hob warnend den Zeigefinger: „Am Sonntag spielen wir in Holzwickede. Da müssen alle fit sein. Das ist der Tabellenführer.“ Der frisch gebackene Kreispokal-Sieger kann dort befreit aufspielen. Der Klassenerhalt steht bereits fest. Auch das war für Heipertz ein Grund dafür, dass seine Mannschaft nach der Vorjahres-Pleite gegen den TuS Hordel (0:3) Wiedergutmachung betrieben hatte: „Im vergangenen Jahr hatten wir noch ein wichtiges Spiel. Da konnten wir nicht so agieren, wie wir wollten. In diesem Jahr schon.“

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