03.05.2018

Köln-Ultras

Rücktritt vom Vorstand wird gefordert

Foto: firo

Im Februar 2018 hat sich der Vorstand des 1. FC Köln mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewandt.

Nach zahlreichen Vorfällen mit Beteiligung der Kölner Ultras hatten Präsidium, Geschäftsführung, Aufsichtsrat, Beirat sowie Teile des Mitgliederrats des 1. FC Köln einiges zu sagen. Tenor des Briefes: Haltet euch an die Regeln und kehrt zum Dialog zurück.

Bei den Ultras kam der Brief nicht gut an. Nach dem feststehenden Abstieg der Kölner haben sie nun eine Antwort verfasst - zehn Seiten lang und mit einer klaren Botschaft. Der Rücktritt des aktuellen Vorstands wird gefordert. Denn die Ultras loben zwar die erste Zeit unter dem Kölner Präsidenten Werner Spinner, in der "nahbar und kumpelhaft" auftrat. Doch seit 2012 hat sich einiges verändert, die Ultras beklagen sich: "Doch das Bild wandelte sich mit der Zeit dahingehend, dass man ihm – gelinde gesagt – anmerkte, dass das mit den demokratischen Vereinsstrukturen doch eher ein lästiger Umstand zu sein scheint. Ob es öffentliche Belehrungen über Demokratie in China sind oder das permanente Untergraben einzelner Gremien wie etwa das Aufdiktieren des offenen Briefes an den Mitgliederrat. Da wirken Slogans wie ´Verein vereinen!´oder ´Zusammen fair bleiben´nur noch wie blanker Zynismus."

Über diesen Punkt hinaus, werfen die Ultras dem Vorstand auch die Untätigkeit im Laufe der Saison vor. In dem Brief heißt es: "Darüber hinaus hätte selbst ein Blinder erkannt, dass die zwischenmenschliche Beziehung von Jörg Schmadtke und Peter Stöger derartig zerstört war, dass von einem Arbeitsverhältnis keine Rede mehr sein konnte."

In der Folge verlor der FC Spiel um Spiel, die Trennung von Schmadtke brachte dem Ex-Manager sogar noch eine Abfindung von über drei Millionen Euro. Auch die Trennung von Stöger sei viel zu spät erfolgt. Dementsprechend muss sich der Vorstand den Abstieg auf die Fahne schreiben. Mit Hohn ergänzen die Ultras: "Und uns wird dann vorgeworfen, dass der Wunsch nach dem Standort Müngersdorf vereinsschädigend sei."

Der Brief zeigt, der Wunsch des Kölner Vorstands, die Rückkehr zum Dialog, scheint ausgeschlossen. Denn die Anhänger beenden ihren Brief mit einer klaren Meinung: "Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir mit unserer Sicht der Dinge und der Art wie wir diese äußern nicht bei allen FC-Fans auf Gegenliebe stoßen. Wir sind uns allerdings genauso sicher, dass der aktuelle Vorstand der falsche für den 1. FC Köln ist."

Hier gibt es den ganzen Brief zum Nachlesen.

Autor: Christian Brausch

Kommentieren

Mehr zum Thema

Mannschaften

Rubriken