20.03.2018

Bastian Oczipka

Kein Typ, der mit Schalke fremdelt

Foto: firo

Bastian Oczipka hat sich schnell mit seinem neuen Klub identifiziert. In der Arena verspürt er schon Gänsehaut. Aber das S04-Gefühl ist gut dosiert.

Wenn man sich seine Vita anschaut, mit fünf verschiedenen Profivereinen in zehn Jahren, dann könnte man glatt auf falsche Gedanken kommen. Wandervogel oder so ähnlich. Aber wer sich Bastian Oczipka nähert, der merkt schnell, dass er damit auf dem Holzweg ist. Der 29-Jährige ist ein Spieler, dem die Identifikation mit seinem Klub wichtig ist. Auf Schalke ist ihm das gelungen: Nach einem Dreivierteljahr hat man das Gefühl, dass dieser Bastian Oczipka schon länger zum Inventar zählt.

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Königsblau zu leben, war für den im vergangenen Sommer von Eintracht Frankfurt gekommenen Profi von Anfang an kein Problem, „das ging relativ schnell“, sagt er und erklärt: „Es hat mir gut getan und geholfen, dass es hier einen Umbruch im Verein gab.“ Ein neuer Trainer, ein fast noch neuer Manager, eine neue Philosophie: „Da ist es für einen neuen Spieler auch einfacher, bei einem Neustart dabei zu sein.“ Für ihn war der Platz des zum FC Arsenal abgewanderten Sead Kolasinac frei. Bislang hat Oczipka 25 von 27 Bundesligaspielen mitgemacht, und am vergangenen Wochenende durfte er sogar ein Jubiläum feiern: Die Schalker Partie beim VfL Wolfsburg (1:0) war sein 200. Bundesligaspiel.

Die meisten davon, nämlich 146, hat Bastian Oczipka im Trikot von Eintracht Frankfurt absolviert, wo er fünf Jahre gespielt hatte und bereits den Beweis ablieferte, dass er alles andere als ein Wandervogel ist. Die anderen Stationen zuvor bei Bayer Leverkusen, Hansa Rostock und dem FC St. Pauli dienten der Ausbildung und der Suche nach einem festen Platz.

Bastian Oczipka ist glücklich auf Schalke, aber er beschreibt das Besondere an Königsblau, ohne seine vorherigen Stationen abzuwerten. „Jeder Verein ist unterschiedlich. Auf Schalke ist es immer ein Fest, hier in der vollen Arena zu spielen. Das hat mir früher als Spieler der Auswärtsmannschaft immer schon Spaß gemacht, wenn man hierher gekommen ist und die Fans gehört hat – das ist etwas Einzigartiges.“ Mittlerweile, das bestätigt er auf Nachfrage, verspürt er Gänsehaut-Momente, „wenn man in die Arena einläuft oder nach einem Sieg vor der Kurve steht und feiert.“

Man nimmt es dem in Bergisch Gladbach geborenen Profi ab, dass er sich mit Schalke identifiziert, seine Worte hören sich nicht nach irgendwelchen Sprechblasen an. Als er gefragt wird, ob er sich nach einem Dreivierteljahr bereits als echten Schalker bezeichnen würde, antwortet er wohl dosiert, dass eine solche Begrifflichkeit wohl eher einer Vereinslegende wie Marc Wilmots gebühren würde.

Auf jeden Fall ist Bastian Oczipka ein Teil einer Schalker Mannschaft, die in dieser Saison bislang außerordentlich erfolgreich ist – auch das zeigt, dass er mit seinem Wechsel nichts falsch gemacht hat. Es könnte Schlechteres geben, als auf Platz zwei der Bundesliga zu stehen und im Halbfinale des DFB-Pokals. Dort geht es demnächst ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Eintracht Frankfurt. Einem Verein, dem er auch viel zu verdanken hat. Aber er ist kein Typ, der mit Schalke jetzt noch fremdelt.

Autor: Manfred Hendriock

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