23.02.2018

BVB

Retter Schmelzer und das gute Omen

Bis kurz vor dem Ende der Partie bei Atalanta Bergamo stand Borussia Dortmund vor dem Aus in der Europa League. Dann traf einer, der nie eigentlich nie trifft: Marcel Schmelzer. Aber ganz so will es der Kapitän nicht stehen lassen.

Wie selten diese Momente sind, lässt sich gut daran ablesen, dass Marcel Schmelzer kurz vor dem Rückflug nach Dortmund alle Tore seiner Profi-Karriere kurz nochmal im Kopf durchging. Wohlgemerkt einer Karriere, in der seit nun schon fast zehn Jahren eine fast unübersichtlich hohe Zahl an Spielen zusammengekommen ist.

Schmelzer überlegte also und zählte halblaut mit. Zwei da, eins dort, drei im Sinn. "Sechs", sagte der 30 Jahre alte Kapitän von Borussia Dortmund und grinste, weil er wusste, dass er noch ein paar Zusatzinformationen parat hat, die ihn offenbar sogar selbst ein bisschen beeindrucken. "In jedem Wettbewerb" habe er nun getroffen. Und sogar zweimal mit rechts. "Das hätten auch nicht viele gedacht." Wieder das Grinsen, mit dem ein Abend endete, den Schmelzer gerettet hatte.

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Bis zur 83. Minute hatte der BVB im Rückspiel der Zwischenrunde in der Europa League bei Atalanta Bergamo mit 0:1 zurückgelegen. Nach dem 3:2-Sieg im Hinspiel und der gewohnten Europapokal-Mathematik, die Auswärtstoren besonderen Wert einräumt, hieß das: der BVB ist raus, raus auch aus dem zweitklassigen Wettbewerb Europas, nachdem das Ausscheiden aus der Champions League zuvor schon zur Peinlichkeit geraten war. Aber dann kam Schmelzer und schoss eines seiner seltenen Tore. Nach einem Schuss von Marco Reus und einem Torwartfehler war der Kapitän mit seinem rechten Fuß zur Stelle, der ihm sonst eher selten zum Fußballspielen dient. "Dass ich das Tor erzielen konnte, macht mich sehr, sehr glücklich. Aber das Weiterkommen war natürlich das Wichtigste."

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Es war ja sogar das erste Spiel des Mannschaftskapitäns im neuen Jahr. Eine Wadenverletzung setzte ihn sechs Wochen lang außer Gefecht. In der Halbzeit eingewechselt geriet die Rückkehr zu einer Besonderheit. In der Champions League hatte Schmelzer mal den 2:1-Siegtreffer im Gruppenspiel gegen Real Madrid geschossen. Aber dieser Treffer gegen Bergamo war die letzte Rettung in einem K.o.-Spiel, in dem der K.o. schon beschlossen schien.

"Es war nicht das beste Spiel von uns, das wissen wir. Aber am Ende ist nur entscheidend, dass wir weitergekommen sind", sagt Marcel Schmelzer, was durchaus richtig ist. Allerdings ließ die Leistung nicht darauf schließen, dass der Titel das Ziel ist. Der fehlt dem BVB schließlich noch im Trophäenschrank. Am Freitag, 13 Uhr, findet in Nyon die Auslosung des Achtelfinals statt. Mit dabei: Atletico Madrid, der FC Arsenal, der AC Mailand oder Lario Rom. Auch Liga-Konkurrent Leipzig droht als Gegner. Aber Vorlieben hat Schmelzer diesbezüglich nicht. "In dem Wettbewerb sind mittlerweile viele gute Klubs dabei. Da ist fast jedes Los ein Kracher", sag Schmelzer, der auch als Omen für einen langen Verbleib im Wettbewerb stehen kann, wenn man denn unbedingt will. In der Saison, in der er gegen Madrid traf, erreichte der BVB das Finale der Champions League.

Autor: Daniel Berg

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