Vollmerhausen verlässt Wuppertal

07.02.2018

Regionalliga-Hammer

Vollmerhausen verlässt Wuppertal

Foto: Thorsten Tillmann

Nun also doch: Der Wuppertaler SV und Stefan Vollmerhausen gehen ab sofort getrennte Wege!

Das teilte der Regionalligist am Mittwochnachmittag in einer knappen Pressemitteilung mit. Über die konkreten Gründe und die Abfindung für Vollmerhausen, dessen Vertrag bis zum 30. Juni 2020 gültig war, wurde Stillschweigen vereinbart. "Die Wochen nach dem geplatzten Wechsel von Stefan Vollmerhausen zu Viktoria Köln waren sehr turbulent und haben im Ergebnis zu dieser bedauerlichen Entscheidung geführt. Der WSV bedankt sich bei Stefan Vollmerhausen für eine ausgesprochen erfolgreiche sportliche Entwicklung und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute", erklärt der WSV auf seiner Internetpräsenz. Spieler und Verantwortliche des Vereins sowie Ex-Trainer Vollmerhausen konnte RevierSport bislang nicht erreichen.

Bis zum vergangenen Samstag war Vollmerhausen noch im spanischen Trainingslager mit dem WSV zugegen. RevierSport sprach am Montag mit dem A-Lizenzinhaber über das Trainingscamp und die Ziele für die Rückrunde.

Vor dem Jahreswechsel hatte der heiße Flirt zwischen dem 45-jährigen Vollmerhausen und Viktoria Köln für Aufsehen gesorgt. Der Wuppertaler Aufstiegscoach stand auf der Wunschliste des FC Viktoria Köln. "Stevie" sollte die Nachfolge des zum SC Preußen Münster abgewanderten Marco Antwerpen übernehmen. Nach unseren Informationen waren sich die Parteien bis auf ein, zwei Kleinigkeiten einig. An diesen scheiterte der Wechsel letztendlich.[infobox-right]Stefan Vollmerhausen war seit dem 1. Juli 2015 Cheftrainer des Wuppertaler SV und schaffte in der Saison 2015/16 den Regionalliga-Aufstieg. In der darauffolgenden Spielzeit schaffte er den Einzug in das Niederrheinpokalfinale. Das Endspiel verlor Wuppertal gegen RWE. In der vergangenen Serie führte Vollmerhausen den WSV auf Platz 11 der Regionalliga West und ins Niederrheinpokal-Halbfinale - ebenfalls Niederlage gegen Rot-Weiss Essen. In der aktuellen Saison flog der WSV im Niederrheinpokal-Viertelfinale gegen Hiesfeld raus und belegt aktuell den 6. Tabellenplatz. Vollmerhausen hat in 101 Pflichtspielen als WSV-Trainer einen Punkteschnitt von 1,79 Zählern pro Partie vorzuweisen. Zwischen Juli 2012 und 2015 war er für die U19 der Rot-Blauen verantwortlich. Unter seiner Regie stieg der WSV in die U19-Bundesliga auf.[/infobox]

Vollmerhausen galt als Top-Favorit des mittlerweile entlassenen Viktoria-Manager Stephan Küsters. Kölns Sportvorstand Franz Wunderlich soll nach Informationen dieser Redaktion nicht gänzlich vom Wuppertaler Trainer überzeugt gewesen sein und suchte nach dem geplatzten Deal eine andere Lösung. Letztendlich holte Wunderlich Olaf Janßen. Beide spielten einst beim 1. FC Köln und gelten seitdem als gute Bekannte.

In Wuppertal kam der heiße Flirt von Vollmerhausen nicht überall gut an. Es gab durchaus Fan-Stimmen, die die sofortige Entlassung des 45-Jährigen forderten. Zu dieser kam es jedoch nicht. Zum einen hätte der WSV sich eine vorzeitige Trennung wohl auch finanziell nicht leisten können, zum anderen konnten Vollmerhausen, Sportvorstand Manuel Bölstler und Finanzchef Lothar Stücker noch vor Jahresende in einem Gespräch unter sechs Augen alle Probleme aus dem Weg räumen. "Die Erfahrungen aus den letzten Wochen konnten erfreulicher Weise so aufgearbeitet werden, dass die Weiterentwicklung unseres rot-blauen Teams wie geplant fortgesetzt werden kann. Damit behält der WSV die Kontinuität, die ebenfalls ein Eckpfeiler des Konzeptes "WSV2020" ist", hieß es in einer Pressemitteilung des WSV.

Scheinbar konnten doch nicht alle Differenzen ausgeräumt werden. Das Verhältnis zwischen Sportvorstand Bölstler und Vollmerhausen soll schon seit Monaten belastet gewesen sein.

Am Samstag steht das Nachholspiel zwischen Wuppertal und Wattenscheid auf der Agenda. Gut möglich, dass neben Vollmerhausens bisherigem Co-Trainer Chris Liehn auch Bölstler, der einst bei Westfalia Herne Erfahrung als Trainer sammelte, am Spielfeldrand stehen werden.

Autor: Krystian Wozniak

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