13.01.2018

M'gladbach

Darum holte Eberl Kölns Terodde nicht

Foto: firo

Es ist noch gar nicht so lang her, da stand der Name von Simon Terodde mal auf dem Zettel bei Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl.

Im Mai 2017 war das, als die Fans des VfB Stuttgart im Bundesliga-Rückkehrjubel ihrem Toptorschützen zujubelten. 25 Tore hatte Terodde zum Wiederaufstieg beigetragen. Sechs Millionen Euro an Ablöse waren Max Eberl im Mai zu viel. Der 29-jährige Terodde hatte den Makel, nur für die Zweite Liga zu taugen.

Diesen Makel wurde der Bocholter, der schon für den VfL Bochum, Fortuna Düsseldorf und den MSV Duisburg jenseits der Bundesliga unterwegs war, auch in der anschließenden Hinrunde bei den Schwaben nicht los. Am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) kreuzen sich die Wege von Gladbach und Terodde wieder. Der stürmt mittlerweile für den 1. FC Köln und würde bei seiner Premiere in Müngersdorf nur zu gern Max Eberl zeigen, dass der vor sieben Monaten einen Fehler gemacht hat.

Die Domstädter, mit nur sechs Pluspunkten trauriger Tabellenletzter des Oberhauses, klammern sich auch ein wenig an Terodde und seine Treffer. Trainer Stefan Ruthenbeck muss vorn schließlich weiterhin den verletzten Ex-Mainzer Jhon Cordoba ersetzen.

In den vergangenen beiden Zweitliga-Jahren wurden 50 Terodde-Tore gezählt. Doch im Oberhaus will es für den Bocholter einfach nicht klappen. Zwei Treffer für den VfB waren den Verantwortlichen im Ländle schlicht zu wenig. Sie holten in der Winterpause lieber Nationalspieler Mario Gomez vom VfL Wolfsburg zurück und gaben Terodde, ihren Wiederaufstiegshelden, eher lieblos an den abgeschlagenen Tabellenletzten nach Köln ab.

Matthias Ginter und Jannik Vestergaard, die beiden Innenverteidiger der Gladbacher, werden ein waches Auge darauf haben, dass Simon Terodde nicht ausgerechnet im Bundesliga-Klassiker des viermaligen gegen den fünfmaligen Bundesliga-Meister seinen Durchbruch im Oberhaus schafft.

Köln ist für den 1,92 Meter großen Blondschopf kein neues Pflaster. 2009, mit 21 Jahren, ging es von Düsseldorf aus zu den Geißböcken. Erst ins Regionalliga-Team, dann zu den Profis. Terodde wurde beim 3:0 im DFB-Pokal über 1860 München für einen gewissen Lukas Podolski eingewechselt. Durchsetzen konnte sich Terodde bei nur fünf Pflichtspieleinsätzen in der Saison 2010/11 aber nicht. Jetzt bekommt er beim FC die zweite Chance – gegen Gladbach.

Autor: Michael Ryberg

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