10.01.2018

RWE

Stadionbetreiber verklagt den Regionalligisten

Foto: Tillmann

Das Jahr 2018 beginnt mit einer unerfreulichen Nachricht für Rot-Weiss Essen. Der Stadionbetreiber, die Grundstücksverwaltung Essen (GVE), verklagt den Regionalligisten. Das berichtet die WAZ.

Laut einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung soll es nämlich um die Markenrechte gehen. Hier stellt sich die Frage, wer diese überhaupt besitzt: Der Stadionbetreiber GVE oder doch Rot-Weiss Essen als Pächter des Stadions? Um diese Frage zu klären, hat die städtische Tochtergesellschaft den Fußball-Regionalligisten RWE vor dem Landgericht Essen verklagt.

Vor allem ein zentraler Streitpunkt soll vor dem Landgericht geklärt werden: Wer besitzt eigentlich die nicht-audivisuellen Markenrechte an RWE? Hier geht es um Fan-Utensilien wie Trikots, Schals, Mützen, Aufkleber und alles andere, was im Stadion Essen und auch außerhalb der Arena verkauft wird. Es geht um die Marke RWE. Und hierbei wollen aktuell sowohl Rot-Weiss Essen, als auch die GVE profitieren. Die Frage: Wer bekommt das Geld aus dem Verkauf der Fanartikel.

Laut dem jahrelangen RWE-Vorsitzenden Michael Welling fielen diese genannten Markenrechte mit der Insolvenz an Rot-Weiss zurück. Die Stadtverwaltung ist da anderer Meinung. Die GVE hatte Rot-Weiss Essen 2009 mit der Hilfe der Stadt praktisch von dem Sportrechtehändler Michael Kölmel freigekauft. In dessen finanzielle Abhängigkeit hatte der Verein sich zehn Jahre zuvor hinein manövriert; mit 11,6 Millionen Euro stand Rot-Weiss Essen bei Kölmel, der sich auch bei anderen Traditionsklubs wie zum Beispiel 1. FC Magdeburg engagierte, in der Kreide. Durch den Kauf der Kölmel-Rechte sieht sich die GVE auch im Besitz der Markenrechte.

Falls das Landgericht zugunsten der GVE entscheiden sollte, dann würde RWE natürlich viel Geld am Verkauf des Merchandising flöten gehen. Das würde bedeuten, dass RWE in eine finanzielle Schieflage geraten könnt. Dies wiederum wäre nicht im Interesse der GVE. GVE-Geschäftsführer Dirk Miklikowski betont in der WAZ nämlich: "Wir haben kein Interesse daran, dass der Verein wieder in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät." Denn wer soll dann das Stadion Essen mit Fans füllen?

Außergerichtliche Lösung wird angestrebt

Marcus Uhlig, erster Vorsitzender von Rot-Weiss Essens, erklärt gegenüber RevierSport: "In der Tat ist das gesamte Thema „Pachtvertrag / Markenrechte“ sehr komplex. Und wenn jetzt in diesem Kontext die Vokabel „Klage“ erscheint, dann kann ich verstehen, wenn Unruhe entsteht. Allerdings möchte ich betonen, dass wir uns aktuell mit der GVE in einem sehr regelmäßigen und vor allem auch konstruktiven Dialog befinden. Beide Seiten haben sich gerade aktuell mehrfach versichert, dass nach wie vor und weiterhin ein großes Interesse daran besteht, eine außergerichtliche Verständigung herbeizuführen und dieses – wie gesagt – sehr komplexe Thema in einer für beide Seiten zufriedenstellenden Art und Weise langfristig und nachhaltig zu lösen. Und ich glaube auch, dass uns das gelingen wird.“

Autor: Krystian Wozniak

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