03.01.2018

SSVg Velbert

Mit Hallenschwung in die Freiluft-Saison

Foto: Uwe Möller

SSVg Velbert findet bei der Stadtmeisterschaft zu alter Offensivstärke zurück. Der Champion stellt den stärksten Angriff des Turniers. Tolle Fair-Play-Aktion von Rebecca Drescher.

So hatten sie es sich bei der SSVg Velbert vorgestellt: Nach dem vor allem wegen der Torarmut in den letzten beiden Spielen wenig erbaulichen Ausklang des Jahres in der Oberliga sollten sich die Spieler bei der Velberter Hallen-Stadtmeisterschaft den „Frust von der Seele schießen“, wie es Trainer Imre Renji formulierte.

Der Plan ging auf: Die SSVg gewann nicht nur dank des 2:0-Finalerfolges über den SC Velbert den Titel, sie entdeckte auch alte Offensiv-Qualitäten. 159 Tore wurde an den vier Turniertagen im Zitronenbunker erzielt. Die meisten davon schoss die SSVg, nämlich 31. Dazu passte, dass von den drei Spielern, die mit der Torjägerkanone ausgezeichnet wurde, gleich zwei von der SSVg kamen: Neben Maik Bleckmann vom TVD Velbert hatten auch Massimo Mondello und Aliosman Aydin jeweils acht Treffer erzielt.

Den Frust von der Seele geschossen

Dabei werden sie Mondellos tolle Leistung im SSVg-Lager unter der Rubrik „so kennen wir ihn“ einordnen. In der Halle läuft er seit Jahren zur Hochform auf. Wichtig ist den Velberten diesmal, dass die andere mitzogen. Vor allem die Stürmer, die in den Meisterschaftsspielen gegen Vohwinkel und Speldorf so viele Chancen ausgelassen hatten.
Michael Smykacz, der am ersten Turniertag zum Einsatz kam, fand in der Halle zu alter Treffsicherheit zurück. Cool netzte er gleich viermal ein. Sein Sturmpartner Ali Aydin war über das gesamte Turnier in Aktion, wobei er die gegnerischen Abwehrreihen nicht nur mit seinen Treffern, sondern auch mit seiner Zweikampfstärke immer wieder vor Probleme stellte.

Seite tolle Turnierleistung krönte er dann im Finale, in welchem er beide Tore erzielte — eines schöner als das andere. Kurz danach hieß: „Hände aufhalten, die Pokale kommen.“ Die SSVg gewann den Stadtmeister- und den Wanderpokal sowie die Torschützen-Kanone (oder zwei Drittel davon). Eine inoffizielle Auszeichnung kommt noch hinzu, nämlich für Fairplay. Hier hatte es nämlich im Finale eine bemerkenswerte Aktion gegeben. Massimo Mondello, wie gewohnt unter Hochspannung spielend, war ein Foul gegen SC-Spieler Ahmet Kizilisik unterlaufen. Der Clubberer wurde getroffen und lag von Schmerzen geplagt auf dem Parkettboden – die erste, die bei ihm war, um zu helfen, war SSVg-Physio-Therapeutin Rebecca Drescher.

Mit ihrem Arzneikoffer und ihren geschickten Händen brachte „Becci“ den SC-Stürmer Kizilisik nach kurzer Behandlung auch wieder auf Vordermann.

Bürgermeister will Becci belohnen

Während die SSVg-Fans „Blaue Löwen“ einen kurzen Becci-Lobgesang anstimmten, befand der stellvertretende Bürgermeister Emil Weise: „Das war eine vorbildlich faire Aktion“, weshalb er ihr spontan ein Geschenk versprach.

Die schöne Aktion passte ins Gesamtbild. Noch vor ein paar Jahren hatte es für die SSVg bei der Stadtmeisterschaft den einen oder anderen Reinfall gegeben, inzwischen legt sie starke Auftritte hin, 2017 holte sie zum dritten Mal in Folge die Stadtmeisterschaft.
Den Hallenschwung wollen die Blauen nun mit in die anstehende Freiluft-Saison nehmen. Die Vorbereitungen beginnen diesmal früh, denn die Winterpause ist kurz, in wenigen Wochen stehen schon die ersten Pflichtspiele an.

Bereits für den 4. Februar ist ein Oberliga-Spieltag angesetzt, die SSVg bestreitet dann sogleich ein Schlagerspiel: Der SV Straelen, der punktgleich mit den Sportfreunden Baumberg an der Spitze der Tabelle steht, ist im Niederbergischen zu Gast. Die Partie war vor ein paar Wochen wegen des Winterwetters ausgefallen, es wäre das erste Spiel der Rückrunde gewesen.

Der nächste Rückrunden-Spieltag folgt dann am 18. Februar, wieder haben die Velberter dann Heimrecht. Der Vizemeister des Vorjahres, die Spielvereinigung Schonnebeck, wird dann zu Gast in der Christopeit-Sport-Arena sein.

Autor: RS

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