18.12.2017

Köln

Drohplakat gegen Fanbeauftragten - Klartext vom Verein

Foto: firo

Der 1. FC Köln hat am 17. Spieltag endlich den ersten Bundesliga-Sieg gefeiert. Doch aufgrund von Drohbannern gegenüber dem Kölner Fanbeauftragten Rainer Mendel geriet das in den Hintergrund.

Die Kölner Ultras haben in diesen Tagen nicht nur den Vorstand des Traditionsvereins ins Visier genommen. Auch der Fanbeauftragte muss sich heftige Kritik gefallen lassen. Die Ultras präsentieren ein Banner, auf dem stand: „Rainer Mendel, Deine Tage sind gezählt.“

Gegenüber dem "Kölner Express" betonte der Vorsitzende der AG Fankultur, Thomas Schönig: „Ich bin fassungslos und unglaublich betroffen. Dieses Banner sprengt wirklich jeden Rahmen."

Die Ultras sind auf Mendel aufgrund mehrerer Vorgeschichten nicht gut zu sprechen. Unter anderem gab es 64 Stadionverbote nach dem Regionalliga-Spiel gegen Rot-Weiss Essen, als Zuschauer massiv Pyrotechnik zündeten.

Am Montag gab es nun auch eine Reaktion vom Verein. Der Klub zeigte sich auf der einen Seite einsichtig, dass aufgrund der sportlichen Situation der Vorstand in die Kritik geraten ist. "Dass die sportliche Situation des 1. FC Köln in dieser Saison Anlass zu Kritik gibt, ist völlig klar. Wenn Teile der aktiven Fanszene meinen, es sei angemessen, diese Kritik auf den Vorstand zu fokussieren und während eines Spiels zu artikulieren, müssen wir dies akzeptieren."

Doch dann kommt der Verein auf das Plakat gegen Mendel zu sprechen. Und es gab deutliche Worte: "Völlig inakzeptabel ist es aber, wenn Mitarbeiter des 1. FC Köln in Sprechchören, mit Aufklebern oder Bannern beleidigt und bedroht werden. Dies wurde vom FC aus gegebenem Anlass mehrfach gegenüber der aktiven Fanszene zum Ausdruck gebracht. Leider ohne Erfolg. Im Gegenteil: Das Banner "Mendel, deine Tage sind gezählt", das in der Südkurve von der Gruppierung Wilde Horde 96 während der zweiten Hälfte der Partie gegen den VfL Wolfsburg gezeigt wurde, ist der Tiefpunkt dieser Art der Auseinandersetzung. Es ist daher offenbar nötig, dass sich der 1. FC Köln eindeutig gegen diese Hetze stellt."

Köln steht zu seinem Fanbeauftragten

Die Kölner stellten sich zum Schluss des offenen Briefes eindeutig hinter ihren Mitarbeiter, der seit Jahrzehnten für den 1. FC Köln tätig ist. "Er hat die Fanbetreuung in diesem Club mit aufgebaut und genießt weit über den FC hinaus Anerkennung und Respekt. Der 1. FC Köln wird es nicht hinnehmen, dass er persönlich attackiert und öffentlich diffamiert wird. Dies gilt für jeden Mitarbeiter aus dem Geißbockheim. Wer glaubt, er könne den Klub mit Angriffen auf einzelne Mitarbeiter spalten und beeinflussen, irrt sich und hat jedes Gefühl für die Werte des 1. FC Köln verloren."

Autor: Christian Brausch

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