15.12.2017

NRW-Traditionsmasters 2018

Für Bongartz ein Pflichttermin

Für Trainer-Legende ist das NRW-Traditionsmaster Pflicht. Für Hans „Hannes“ Bongartz ist das NRW-Traditionsmasters eine Pflichtveranstaltung.

In Mülheim trifft der ehemalige Spieler und Trainer jedes Jahr Weggefährten aus fast 30 Jahren Bundesliga wieder. „Die Veranstaltung ist eine schöne Idee“, sagt der 66-jährige. „Es ist immer ein super Tag. Dann kann ich meine alten Spieler und Freunde wiedersehen und mich mit ihnen austauschen“, freut sich Bongartz. Das ist auch der Reiz, den das NRW-Traditionsmasters für ihn ausmacht. Die Diskussionen, auch über aktuelle Themen wie den Videobeweis, sehnt er schon herbei. „Da sind Leute von 20- bis 80-Jahren, da sind alle Meinungen vertreten“, sagt er.

Einer bestimmten Mannschaft drückt der viermalige Nationalspieler beim Turnier selbst nicht die Daumen. „Die Ergebnisse sind sekundär. Mir geht es mehr um das Drumherum“, erklärt Bongartz. Mit dem FC Schalke 04, dem MSV Duisburg und der SG Wattenscheid 09 sind drei seiner Ex-Vereine mit am Start. Für den FC Schalke spielte Bongartz in den 70er-Jahren in der 1. Bundesliga. Den MSV Duisburg und die SG Wattenscheid trainierte er beide in der höchsten deutschen Spielklasse.

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An seine Zeit als Trainer der Wattenscheider denkt Bongartz auch heute noch gerne zurück. Ein bisschen sei der Aufstieg der 09er 1990 mit dem Darmstadt vor zwei Jahren zu vergleichen. „Wir hatten damals ja kaum Mittel“, erinnert er sich. Eine kontinuierliche Entwicklung ab Ende der 60er-Jahre macht Bongartz für den Erfolg verantwortlich. Damals erlebte er als Spieler seine erste Zeit bei der SGW. 1971 wechselte er vom Bonner SC ins Lorheidestadion. „Die Verantwortlichen haben gute Entscheidungen getroffen und einfach die richtigen Transfers getätigt“, lobt er die damalige Vereinsführung. „Nach 20 Jahren hat sich das dann irgendwann ausgezahlt.“

Zu diesem Zeitpunkt war Bongartz bereits als Trainer in den Pott zurückgekehrt. Was der Aufstieg Wattenscheids damals bedeutete, lässt sich mit den Worten des damaligen Manager des FC Bayern München, Uli Hoeneß, beschreiben. Der sagte, der Aufstieg der Schwarz-Weißen sei „das Schlimmste, was der Bundesliga passieren konnte“. Die 09er wurden als graue Maus der Bundesliga wahrgenommen. „Wir haben aber ohne großes Tamtam einfach unsere Arbeit erledigt“, sagt Bongartz. Das Ergebnis ließ sich sehen: bis 1994 wurde mit geringsten Mitteln die Klasse gehalten.

„Aufsteiger haben es immer schwieriger“, erklärt der ehemalige Trainer im Hinblick auf die wachsende monetäre Kluft zwischen den Vereinen „der Spagat wird immer größer“, muss er zugeben. Vereine wie RB Leipzig und der FC Ingolstadt, die von Unternehmen gesponsert und gefördert werden, haben es da schon leichter als Traditionsvereine wie Greuther Fürth, Eintracht Braunschweig oder Darmstadt 98. Kritik möchte Bongartz an diesen Vereinen aber nicht üben: „Verbieten kann man es den Machern ja nicht.“ Die Diskussion um Richtig oder Falsch kann man ihm dafür allerdings auch nicht verbieten, auf die er sich am 07. Januar schon freut.

Autor: RS

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