12.12.2017

1. FC Köln

Daum kritisiert fehlendes Krisenmanagement

Foto: firo

Tabellenletzter. Drei Punkte. Der 1. FC Köln ist die schlechteste Mannschaft nach 15 Spieltagen in der 55-jährigen Geschichte der Fußball-Bundesliga.

Der Traditionsklub ist so gut wie abgestiegen. Es ist eine Tragödie. Ohne 13 verletzte Spieler reist der Tabellenfünfte der letzten Spielzeit am Mittwoch (20.30 Uhr) zum Rekordmeister Bayern München. Alles andere als eine weitere Niederlage wäre ein Fußballwunder.

Christoph Daum ist überrascht über den plötzlichen Absturz seines Ex-Klubs. „Dieser extreme Abfall innerhalb weniger Monate war in dieser Dramatik nicht vorhersehbar“, sagt der 64-Jährige.

Neben dem sportlichen Sturzflug kritisiert Daum das fehlende Krisenmanagement der Kölner. „Ich dachte, dass die Strukturen beim FC stabiler und fester sind. Ich dachte, dass der Zusammenhalt im Klub enger ist. Ich dachte, dass sich der FC von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lässt. Aber ich habe mich getäuscht. Mein Eindruck ist, dass der Klub von den Ereignissen überrollt wurde.“

Kölns einstiger Erfolgstrainer glaubt, dass in den erfolgreichen letzten vier Jahren Fehler begangen wurden, die sich nun rächen. „Beim 1. FC Köln ging es nur nach oben, es war eine einzige Erfolgsstory. Davon hat man sich blenden lassen, man hat sich nicht auf anstehende Konflikte, die immer auftreten können, vorbereitet.“

Daum kritisiert zudem, dass die Entlassung von Sportchef Jörg Schmadtke „schlecht moderiert“ wurde. Das anschließend öffentlich gewordene Interesse an Hannovers Manager Horst Heldt bezeichnet Daum als „unnötig“, das folgende verbale Duell zwischen Heldt und dem FC bei der Frage, wer wen zuerst kontaktiert habe, „war eine Komödie, in der es nur Verlierer“ gegeben habe.

Er hoffe nun, dass mit dem neuen Geschäftsführer Sport, dem Ex-Frankfurter Armin Veh, wieder etwas Ruhe in den Klub einkehre. Veh sei „menschlich tadellos“, lobt Daum die Personalie, „er verfügt über eine große Erfahrung und ist kommunikativ. In dieser Phase, in der sich der Klub befindet, ist das sicher die richtige Wahl.“

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