11.12.2017

NRW-Traditionsmasters

MSV-Legende erinnert sich an alte Zeiten

Foto: firo

Joachim Hopp ist eine Duisburger Legende. Ein begnadeter Techniker war er zwar nie, aufgrund seines unermesslichen Einsatzes stieg er jedoch rasch zum Publikumsliebling bei den Zebras auf.

Er selbst sagte einmal: „Ich bin kein Techniker. Ich lebe von der Kraft. Wenn ich dazwischengrätsche und der Ball auf die Tribüne fliegt, jubeln die Zuschauer.“

So verwundert es nicht, dass Hopp bei dem NRW-Traditionsmasters als Spieler nicht dabei ist. In der Halle sind oft andere Tugenden als Kampfkraft gefordert. Da zählt meist die spielerische und technische Finesse. Als Zuschauer und Fan des MSV ist der 51-jährige allerdings Dauergast in Mülheim. „Ich freue mich einfach ehemalige Gegen- und Mitspieler und Freunde zu treffen“, erklärt er. Hopp ist neugierig. „Mich interessiert es, wie sich die Menschen verändert haben. So oft bietet sich die Gelegenheit nicht, sich zu sehen.“ Manchmal sei er erschrocken, wenn er ehemaligen Weggefährten über den Weg läuft.

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„Wenn ich beispielsweise Mario Basler mit Brüsten sehe, muss ich schon die Augen verdrehen“, lacht Hopp. Einen Favoriten nennt der ehemalige Bundesligaprofi nicht. Natürlich drückt er der Traditionself der Meidericher die Daumen. Er würde sich allerdings auch schon drüber freuen, wenn der Pokal dieses Mal im Pott bleiben würde. Vergangenes Jahr gewann der 1. FC Nürnberg das NRWTraditionsmasters. „Der Turniersieg sollte im Ruhrgebiet bleiben“, sagt Hopp. An alte Zeiten erinnert sich der beinharte Verteidiger gerne zurück. „Wir waren eine eingeschworene Gemeinschaft. Bei uns gab es kein Gegeneinander, nur miteinander“, erklärt er.

Das Familiäre hat den MSV damals ausgezeichnet. „Ich glaube, dass gab es kein zweites Mal.“ Mittlerweile vermisst Hopp diese Tugenden bei den Jungprofis. Mit dem aktuellen Fußballgeschäft kann er nur wenig anfangen. „Es ist alles viel zu geldlastig geworden. Die müssen sich kaum noch was erarbeiten, das ist alles viel zu einfach“, kritisiert er. Wobei er dabei weniger den Jungprofis einen Vorwurf macht. „Das sind andere, die das so fördern.“

Wenn Hopp daran zurückdenkt, dass er zu Beginn seiner Zeit als Profi noch selber am Hochofen stand, muss er lachen. „Das waren schöne, aber auch anstrengende Zeiten“, schwelgt er in Erinnerungen. Morgens ging es zur Schicht, abends zum Training. „Heute wäre das gar nicht mehr denkbar. Früher war es ja fast schon unmöglich, heute ist es endgültig“, erklärt Hopp und freut sich darauf, am 07. Januar in alte Zeiten zurückversetzt zu werden.

Autor: RS

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