10.12.2017

Offener Brief

Köln-Vorstand tritt gegen Peter Stöger nach

Foto: Firo

Kurz nach der dramatischen 3:4 (3:1)-Niederlage gegen den SC Freiburg hat der Vorstand des 1. FC Köln einen offenen Brief veröffentlicht. Der neue BVB-Trainer Peter Stöger erntet Kritik.

Es ist eine der schwersten Krisen der jüngsten Kölner Vereinsgeschichte. Nach nur 15 Bundesliga-Spielen steht der FC mit einem Bein in der 2. Bundesliga. Am Sonntag haben die Geißböcke den Tiefpunkt einer Horror-Saison erreicht. Trotz einer 3:0-Führung unterlagen die hoffnungslos abgeschlagenen Kölner dem Tabellenvorletzten SC Freiburg mit 3:4. Die Bilanz des Grauens: drei Punkte aus 15 Spielen, zwölf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Und das nach dem Erreichen der Europa League im vergangenen Sommer.

Im Zentrum der Kritik steht bei den Fans der Vorstand der Domstädter um Werner Spinner, Markus Ritterbach und Toni Schumacher. Dieser hat sich nach dem Freiburg-Desaster in einem offenen Brief an die Anhänger gewandt. "Dass wir im Dezember 2017 in einer derart tiefen Krise stecken könnten, hätte vor einem halben Jahr niemand erwartet. Bei allen äußeren Faktoren, die zusammengekommen sind und die wir nicht beeinflussen können, müssen wir selbstkritisch eingestehen, dass ein großer Teil der schwierigen Lage selbstverschuldet ist", heißt es in dem Brief, der auf der Homepage des Vereins veröffentlicht wurde.

Was zunächst wie ein selbstkritischer Beitrag wirkt, entwickelt sich jedoch zu einer Abrechnung mit den ehemaligen sportlichen Verantwortlichen um Jörg Schmadtke und Peter Stöger, der am Sonntag als neuer Trainer bei Borussia Dortmund vorgestellt wurde. So habe der Vorstand "zu spät realisiert, dass das erfolgreiche Duo Jörg Schmadtke und Peter Stöger, das wir 2013 zum 1. FC Köln geholt haben, nicht mehr funktioniert – mit allen Konsequenzen, die dies bis heute hat, von Transfer- und Kaderentscheidungen bis zur Zahl der Verletzungen."

Stöger wurde eine Woche vor seinem Wechsel zum BVB bei den Kölnern freigestellt, Schmadtke erwischte es Ende Oktober. Im Nachhinein zu spät, meint der FC-Vorstand: "Wir hätten genauer hinschauen und früher eingreifen müssen."

Der offene Brief des 1. FC Köln im Wortlaut:

Autor: Martin Herms

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