13.11.2017

Wuppertaler SV

Kapitän Manno kündigt Karriereende an

Foto: Thorsten Tillmann

Vor dem Spiel am Dienstagabend (19.30 Uhr) zwischen Borussia Mönchengladbach II und dem Wuppertaler SV haben wir mit WSV-Kapitän Gaetano Manno gesprochen. Im Sommer soll für ihn Schluss sein.

Der gebürtige Hagener will nach der laufenden Saison die Fußballschuhe an den Nagel hängen. So sieht Mannos aktueller Plan aus. Ende Juli 2018 wird der Italiener 36 Jahre alt und hätte dann 17 Jahre Profifußball - seinen ersten Vertrag unterschrieb Manno mit 19 Jahren beim VfL Bochum - auf seinem Buckel.

Wir haben mit Manno über seine Pläne gesprochen und ihn auch zur italienischen Nationalmannschaft befragt. Diese spielt am Montagabend (20.45 Uhr in Mailand/RTL Nitro) um das WM-Ticket gegen Schweden.

Gaetano Manno, werden sich die Italiener am Montagabend für die WM in Russland qualifizieren?
Das ist eine sehr heikle Kiste. Ich habe beim 0:1 im Hinspiel in Stockholm vor dem Fernseher gesessen und sehr viel geflucht. Das war eine dürftige Leistung - aber von beiden Mannschaften. Eigentlich eine typische Nullnummer. Für das Rückspiel bin ich aber nicht so hoffnungsvoll.

Warum?
Wir Italiener haben einfach große Probleme und keine Basis dafür, eine gute WM zu spielen. Gegen Top-Nationen wie Deutschland, England, Frankreich, Brasilien oder Argentinien sind wir derzeit chancenlos. Bei uns steht immer noch ein Gigi Buffon im Tor, in der Abwehr stehen Chiellini, Bonucci und Barzagli. Das sind tolle Spieler, die alle in die Jahre gekommen sind. Die Erfolge bei den letzten Meisterschaften haben unser Nachwuchsproblem vertuscht. Vielleicht wäre ein Verpassen der WM gar nicht so schlecht. Italien benötigt dringend einen Wachrüttler, um für die Zukunft wieder gerüstet zu sein und sich mit den besten der Welt messen zu können.

Sie gehören trotz Ihrer 35 Jahre immer noch zu den besten Spielern in der Regionalliga West. Wie fit fühlen Sie sich eigentlich noch?
(lacht) Sehr fit. Ich habe in dieser Saison noch keine einzige Trainingseinheit verpasst. Ich hoffe, dass das so weitergeht. Ich fühle mich gut und habe immer noch großen Spaß. Aber so langsam geht auch meine Zeit zu Ende.

Ihr Vertrag läuft am Saisonende aus. Wie geht es dann weiter?
Stand jetzt, werde ich im Sommer aufhören. Mein Wunsch war es immer aufzuhören, wenn ich noch gut in Form bin. Ich will kein Auslaufmodell sein, das mit durchgezogen wird. Noch kann ich der Mannschaft helfen und ich will mich mit einer guten Rückrunde vernünftig verabschieden.

Steht der Entschluss denn zu 100 Prozent fest?
(lacht) Eigentlich schon. Aber es gibt immer noch eine kleine Hintertür. Wenn ich verletzungsfrei bleibe und der Trainer und Sportvorstand meinen, dass ich der Mannschaft immer noch weiterhelfen kann, dann überlege ich es mir vielleicht. Irgendwann muss aber auch Schluss sein. Ich bin vor sieben Wochen zum zweiten Mal Vater eines Sohnes geworden und muss die Karriere nach der Karriere planen, um noch 30 Jahre lang meine Familie zu ernähren.

Wollen Sie denn dem Fußball verbunden bleiben?
Das weiß ich auch noch nicht so genau. Ich möchte mir etwas selbstständiges in Hagen aufbauen. Wenn es die Zeit zulässt, dann würde ich dem Fußball gerne verbunden bleiben. Vielleicht auch dem Wuppertaler SV. Immerhin ist das mein Herzensklub, in dem ich fünf tolle Jahre meiner Karriere verbracht habe.

Wie schätzen Sie die aktuelle sportliche Situation beim WSV ein?
Die letzten Spiele waren nicht erfolgreich. Vor allem das Köln-II-Spiel war ein Knackpunkt. Beim Stande von 3:3 vergeben wir ein Riesending. Dann kassieren wir das 3:4 und verlieren 3:6. Danach läuft es nicht mehr gut. Aber wir sind trotzdem voll im Soll. Man muss bedenken, dass uns mit Silvio Pagano und Kevin Hagemann zwei absolute Eckpfeiler seit Wochen fehlen. Wir haben jetzt noch interessante Spiele vor der Brust wie gegen Gladbach II, Bonn, Wegberg-Beeck, Wattenscheid und das Derby gegen Essen. Darauf freuen wir uns. Diese Spiele wollen wir erfolgreich bestreiten und dann ein schönes Weihnachtsfest mit unseren Familien feiern.

Autor: Krystian Wozniak

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