Aachen

Kilic fliegt auf die Tribüne und bricht Lanze für Trainer

Krystian Wozniak
04. November 2017, 19:57 Uhr

Foto: Thorsten Tillmann

Alemannia Aachens Trainer Fuat Kilic war nach der 1:2-Niederlage gegen Wattenscheid 09 erzürnt - nicht wegen der Vorstellung seiner Mannschaft, sondern viel mehr aufgrund der Schiedsrichter-Leistung.

Was war passiert? In der 90. Minute lief Emre Yesilova auf Edin Sancaktar zu und ging zu Boden. Der Aachner Anhang unter den 5100 Zuschauern auf dem Tivoli forderte lautstark einen Elfmeter. Auch die Alemannia-Bank hatte es so wie die eigenen Fans gesehen. Doch der Schiedsrichter verweigerte den Strafstoß.

Zu viel des Guten für Trainer Kilic: Emotionsgeladen beschwerte er sich beim Linienrichter. Daraufhin schnappte sich Jonas Seeland den verärgerten Aachener Trainer und kurze Zeit später verwies er diesen auf die Tribüne. Kilic zeigte sich überrascht: "Ich habe einen glasklaren Elfmeter gesehen. Emre wird von Sancaktar zu Boden gerissen, das habe ich auch dem Schiedsrichter-Gespann so mitgeteilt. Ich bin zum Linienrichter gegangen, habe ihn herzlich umarmt und gefragt: 'Was ist jetzt?' Wie gesagt: Ich habe einen Elfer gesehen. Außerdem gibt der Schiedsrichter vier Minuten Nachspielzeit und davon spielen wir nur eine Minute, weil ein Wattenscheider sich drei Minuten lang behandeln lässt. Was soll das?"

Einmal in Rage erzählte Kilic weiter: "Wir Trainer sind doch die Deppen der Nation. Wir sind der noch einzige ungeschützte Berufszweig in Deutschland. Mal wird mit luxemburgischen Schiedsrichtern, wie zuletzt in unserem Spiel in Wegberg-Beeck experimentiert und mal wird sich wieder über die Aufstiegsregel unterhalten. Und wir Trainer? Wir dürfen gar nichts. Wenn wir was sagen, dann kommt der Schiedsrichter und schickt uns auf die Tribüne. Wenn es nicht läuft, müssen wir uns vor dem Vorstand, den Fans rechtfertigen. Da frage ich mich, warum wir keine Emotionen zeigen dürfen?"

Lauter musste auch Wattenscheids Trainer Farat Toku werden - aber nur in der Halbzeitpause. Nach der 1:0-Führung der Aachener durch Marcel Damaschek (15.) lief bei der SG nicht viel zusammen. Die 09er konnten froh sein, dass es nur mit einem 0:1-Rückstand in die Pause ging. "Ich wurde in der Kabine lauter. Die Jungs haben einfach zu wenig gezeigt. zu wenig Biss, Leidenschaft", erklärt Toku. Die Ansprache fruchtete.

Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Lohrheide-Kicker von ihrer besseren Seite und kamen durch Felix Clever (74.) und Joseph Boyamba (77.) zu Treffern. Es blieb am Ende beim 2:1 für Wattenscheid. Der Erfolg bedeutet auch: der sechste Sieg im sechsten Spiel hintereinander gegen Aachen.

Autor: Krystian Wozniak

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren