23.10.2017

VfL

So reagiert Atalan auf seine Entlassung in Bochum

Foto: firo

91 Tage währte die Liaison zwischen dem VfL Bochum und Ismail Atalan. Während der Länderspielpause im Oktober wurde der 37-jährige Fußballlehrer an der Castroper Straße entlassen.

"Er ist ein junger Trainer, unverbraucht. Ich denke, dass seine Art, wie er auch die Leute geführt und fast bis zum Ende um den Aufstieg mit Lotte mitgespielt hat, für ihn spricht. Mir war nach dem Gespräch im Januar klar, dass er ein Trainer für den VfL sein kann." Am Ziel Aufstieg, so Christian Hochstätter, "ändert sich nichts". Das sagte der VfL-Sportvorstand am 11. Juli 2017 bei der Vortellung von Ismail Atalan.

Rund drei Monate später, am 9. Oktober 2017, revidierte Hochstätter seine Worte: "In den Tagen nach dem Spiel gegen Holstein Kiel verfestigte sich bei mir zunehmend die Ansicht, dass wir mit Ismail Atalan unsere sportlichen Ziele leider nicht erreichen werden. Ich habe mich in der Einschätzung des Trainers getäuscht." Kurz nach Gertjan Verbeek muss auch Atalan gehen. Der VfL schasste zwei Trainer innerhalb von nur drei Monaten.

Es bleibt in jedem Fall ein fader Beigeschmack
Ismail Atalan zu seiner Entlassung beim VfL Bochum

Nach 14 Tagen Stille äußert sich Atalan im Sportmagazin "Kicker" zu seiner Entlassung in Bochum. Im Interview tritt Atalan weder gegen den VfL noch gegen einzelne Personen im Verein nach. Anders als Hochstätter, der sich nach eigener Aussage "in der Einschätzung des Trainer täuschte". Atalan gegenüber "Kicker": "Es gibt Leute, die nach einer Trennung in dieser Form an die Öffentlichkeit gehen, aber ich werde zu dieser Aussage keine Stellung nehmen, weil es nicht mein Stil ist." Der gebürtige Kurde ergänzt: "Vor allem dann, wenn Vereinbarungen im sportlichen bereich nicht eingehalten worden sind. Es bleibt in jedem Fall ein fader Beigeschmack."

Der 37-Jährige, der mit den Sportfreunde Lotte in die 3. Liga aufstieg und im DFB-Pokal für Furore sorgte, beschreibt die Beziehung zwischen ihm und der Mannschaft wie folgt: "Jeder Mensch macht Fehler, aber in der Zeit als VfL-Trainer kann ich keine bedeutenden erkennen. Wenn nach der Entlassung 70 Prozent der Spieler mich und meinen Co-Trainer Joseph Laumann kontaktieren, sich für die Zusammenarbeit bedanken und weiter Kontrakt haben wollen, kann man nicht viel falsch gemacht haben", betont Atalan und kommentiert auch die jüngsten Vorfälle mit Abwehrchef Felix Bastians: "Mein Co-Trainer und ich hatten zu unseren drei Kapitänen mit Felix Bastians, an der Spitze einen sehr guten Draht, haben uns mindestens einmal die Woche zum Essen getroffen. Dadurch waren wir über jede Problematik informiert und haben uns konstruktiv darüber ausgetauscht. Daher habe ich den Vorfall in Nürnberg hinterher ruhig mit Felix besprochen und ihn nicht suspendiert. Das Thema war aus meiner Sicht erledigt."

Nach der kurzen, aber turbulenten Zeit in Bochum will der Familienvater erst einmal eine Pause einlegen, sein Engagement in Bochum reflektieren und sich weiterbilden. Atalan plant zum Jahreswechsel einige Hospitanzen bei Top-Klubs. Auch Pep Guardiolas Manchester City, wo Atalan schon vor seiner Unterschrift in Bochum vorbeischauen wollte, soll auf der Liste stehen.

Autor: Krystian Wozniak

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