21.10.2017

MSV

Der King will auf dem Betze zünden

Foto: firo

Stürmer Kingsley Onuegbu traut den Zebras in Kaiserslautern am Sonntag einiges zu. Mittelfeldspieler Tim Albutat steht nach langer Verletzungspause vor der Rückkehr in den Kader der Meidericher.

In der vergangenen Saison stand der MSV Duisburg in der 3. Liga ab dem neunten Spieltag durchweg an der Tabellenspitze. Eine ähnliche Serie erhofft sich Trainer Ilia Gruev für diese Spielzeit in der 2. Fußball-Bundesliga. Die Zebras halten sich bislang wacker oberhalb des Relegationsplatzes. Gruev: „Auch wenn erst am Ende abgerechnet wird, ist es ein gutes Gefühl, nicht auf einem Abstiegsplatz zu stehen.“
Damit das so bleibt, dürfen die Zebras morgen am Betzenberg bei Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern (13.30 Uhr) nicht hoch verlieren. Natürlich will sich der Aufsteiger nicht mit einer knappen Niederlage begnügen. „Wir wollen etwas mitbringen“, sagt Stürmer Kingsley Onuegbu.

Unsere Arbeit macht mich optimistisch.
Kingsley Onuegbu (MSV Duisburg)

Der Nigerianer sagt von sich, dass er ein positiver Typ ist. Der 31-Jährige, der morgen wieder in der Startaufstellung stehen dürfte und dann neben Borys Tashchy der gegnerischen Abwehr das Leben schwer machen will, geht entsprechend positiv an das Auswärtsspiel heran: „Unsere Arbeit macht mich optimistisch. Wie wir jeden Tag im Training auftreten und hart arbeiten, zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.“

MSV-Trainer Ilia Gruev freut sich an alter Wirkungsstätte auf „ein heißes Duell zweier Traditionsvereine.“ Der 1. FC Kaiserslautern benötigt die Punkte als Tabellenletzter ebenso dringend wie der MSV. Beide Mannschaften legten zuletzt Wert darauf, die Defensive zu stabilisieren. Die Meidericher wollen morgen den nächsten Schritt gehen und die Offensive beleben. „Wir sind immer für ein Tor gut“, will Onuegbu auf dem Betze zünden. Das gilt vor allem für Auswärtsspiele: Neun seiner 13 Tore erzielte der MSV in fremden Stadien.

Klotz und Bajic fehlen

Der Aufsteiger dürfte im Vergleich zur letzten Partie gegen Braunschweig in unveränderter Formation in die Partie geben. Enis Hajri ist als Rechtsverteidiger erst einmal gesetzt, zumal Nico Klotz aufgrund seines Zehenbruches ohnehin zu Hause bleiben muss. Auch Branimir Bajic, der am Donnerstag 38 Jahre alt wurde – Trainer Gruev: „Ich habe noch nie mit so einem alten Spieler zusammengearbeitet“ – fällt mit Rückenbeschwerden aus.

Eine Überraschung könnte es auf der Reservebank geben. Tim Albutat steht nach langer Verletzungspause – Bänder- und Sehenriss im Knöchel – vor der Rückkehr in den Kader. Der Heilungsprozess nahm in den letzten zwei Wochen ein vorher nicht erahntes Tempo auf. Ursprünglich war der Plan, dass Albutat erst zur Rückrunde wieder eine Rolle spielen sollte. Jetzt ging es viel schneller. Somit erhält Gruev auf kurze Sicht eine neue Alternative im zentralen Mittelfeld.

Dort agierten zuletzt Fabian Schnellhardt und Lukas Fröde ohne ernsthafte Konkurrenz. Baris Özbek darf nicht spielen, Lukas Daschner fehlt noch die Erfahrung, um fester Bestandteil in der Schaltzentrale dauerhaft aktiv zu sein. Immerhin: Daschner, der im Sommer aus der U19 in den Meidericher Profikader aufrückte, feierte am vergangenen Spieltag sein Zweitliga-Debüt. Der 19-Jährige kam zwar erst in der Nachspielzeit und konnte somit nur wenige Sekunden die Luft der 2. Liga atmen, erhielt damit aber trotzdem das Signal, dass der Klub auf ihn zählt.

Gruev ist von den Qualitäten des talentierten Spielers überzeugt und will Daschner behutsam aufbauen. „Erfahrung und Spielpraxis sind wichtig“, sagt der 47-Jährige. Daschner, der – ebenfalls als Einwechselspieler – in der letzten Saison seinen Drittliga-Einsatz feierte, könnte alternativ in der Winterpause auf Leihbasis zu einem unterklassigen Klub wechseln, um somit mehr Wettkampfpraxis zu erhalten. Der Youngster hätte bei diesem Projekt ein Vorbild in den eigenen Reihen. MSV-Regisseur Fabian Schnellhardt musste mit seinem Leihengagement in Kiel einen Umweg einschlagen, um sich durchzusetzen.

Autor: Dirk Retzlaff

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