27.09.2017

Schalke vermainzt?

Das ist Unsinn, sagt Christian Heidel

Foto: Joachim Kleine-Büning

Der Sport-Vorstand der Königsblauen wehrt sich gegen den Vorwurf, die Identität des S04 zu verkaufen. Auch zur Knappenschmiede äußert er sich.

Christian Heidel hat sich gegen den Vorwurf gewehrt, unter seiner Führung würde Schalke 04 vermainzt. „Das ist Unsinn“, sagte der Sport-Vorstand der Königsblauen der Sportbild. Die Entwicklung, die S04 bereits gemacht und noch vor sich hat, sei nicht kurzfristig angelegt. „Wir forcieren Projekte, die andere Vereine vor fünf, zehn Jahren realisiert haben. Wir investieren rund 60 Millionen Euro in die neue Infrastruktur. Das sind Dinge, mit denen wir aktuell kein Spiel gewinnen. Aber wir machen das, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass wir in drei, vier fünf Jahren mehr Spiele gewinnen.“

Der 54-Jährige betonte, keine unvernünftigen Dinge zu machen wie zum Beispiel eine „wirtschaftlich nicht vertretbare“ Vertragsverlängerung im zurückliegenden Sommer mit Leistungsträger und Publikumsliebling Sead Kolasinac (ging dann zum FC Arsenal)„Populistisch agieren, nur um möglicher Kritik aus dem Weg zu gehen, ist mir fremd.“

Schalke, das in der ersten Saison mit Heidel als Sport-Vorstand nur Zehnter wurde und damit den Europapokal verpasste, müsse immer wieder Leistungsträger abgeben – im Idealfall wie bei Leroy Sané zu Beginn der Saison 2016/2017 für viel Geld (50 Millionen Euro von Manchester City): „Das ist eben auch der riesengroße Unterschied zu Klubs wie dem VfL Wolfsburg oder RB Leipzig, die Qualität zuführen können, ohne Qualität abgeben zu müssen.“

Heidel wird häufig damit konfrontiert, kein Freund der Knappenschmiede zu sein, die überaus erfolgreiche Nachwuchsarbeit nicht richtig zu schätzen. „Wir ziehen jedes Talent hoch, wenn wir die Möglichkeit sehen, dass wir ihn auf Bundesliga-Niveau für Schalke heben können. So wie jetzt zum Beispiel Weston McKennie.“ Sané sowie davor 2012 Kolasinac und Max Meyer seien aber die letzten Spieler gewesen, die aus der Jugend den Sprung in den Profikader geschafft und länger als ein Jahr für Königsblau gespielt hätten. Heidel betont, man müsse auch jetzt in den Erfolg investieren: „Das Problem ist: Wenn wir zehn Millionen für die Jugend stecken, dann bedeutet das, dass uns dieses Geld an anderer Stelle fehlt.“

In der Vergangenheit seien andere Klubs allerdings wirtschaftlich an S04 herangekommen und hätten gleichzeitig viel Geld in die Infrastruktur gesteckt. „Diesen Rückstand werden und müssen wir schnellstens korrigieren. Das ist die Voraussetzung, dass Norbert Elgert auch in Zukunft viele Schalker Jungs an die Profi-Abteilung übergeben kann."

Autor: Andreas Berten

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