19.09.2017

RWE

Prögers Hattrick bringt zweiten Heimsieg

Foto: Thorsten Tillmann

RWE müht sich eine Halbzeit lang gegen forsche Gäste aus Rhynern, Essen besiegt am Ende das Schlusslicht vor 5047 Zuschauern aber verdient mit 4:1 (2:1).

Erleichterung an der Hafenstraße. Die Rot-Weissen haben am neunten Spieltag mit dem 4:1 über den Tabellenletzten Westfalia Rhynern den zweiten Saisonsieg eingefahren. Besonders schön war’s nicht, war auch nicht notwendig. Hauptsache mal wieder ein Erfolgserlebnis nach den vielen Enttäuschungen. Und der Applaus am Ende tat gut, keine Frage.

“Wir haben in diesem Spiel überhaupt nichts zu verlieren”, sagte Gäste-Trainer Holger Wortmann vor dem Anpfiff und lenkte den Druck dezent in Richtung Essen. Ist so üblich und völlig normal für den Außenseiter. Ebenso simpel die Taktik des Tabellenletzten: An der Hafenstraße möglich lange die Null halten und mit der Ungeduld der RWE-Fans rechnen. Und die dürfte in diesen Tagen noch ein bisschen flotter verloren gehen als sonst. Mutig, mutig, der Gast. Eine gehörige Portion Mumm erwartete man an diesem Abend aber vor allem von den Gastgebern. Es musste der zweite Heimsieg her, unbedingt, sonst würde die Flamme der Kritik heller und höher denn je lodern, und die Trainerdiskussion natürlich in die nächste Runde gehen.[infobox-right]
RWE: Heller - Brauer, Becker, Zeiger, Unzola (46. Urban) - N. Lucas, Baier, Grund - Pröger, Platzek (84.), Bednarski (80. Cokkosan).
Schiedsrichter: Ulankiewicz.
Zuschauer: 5047.
Tore: 1:0 Pröger (15.), 1:1 Kleine (FE, 21.), 2:1 Pröger (32.), 3:1 Pröger (54.), 4:1 Neumann (ET, 83.).[/infobox]

Nach neun Minuten hatte Rhynern nach einem Eckball die erste gefährliche Szene des Spiels, doch RWE-Keeper Robin Heller war auf dem Posten. Nach einer Viertelstunde dann der erlösende Treffer. Marcel Platzek setzte sich bei einem Konter energisch gegen zwei Widersacher durch, passte maßgerecht auf Kai Pröger, der die Kugel trocken im kurzen Eck versenkte zum 1:0 (15.) und das erste Liga-Tor für seinen Klub erzielte.

Die Freude währte allerdings nicht lange. In einem Zweikampf an der Strafraumkante war der Ex-Profi Salvatore Gambino bei der Attacke von Unzola der geschicktere, fiel und bekam seinen Strafstoß. Lennard Kleine ließ Heller keine Chance und glich zum 1:1 aus (21.).

Von Sicherheit und Selbstbewusstsein waren die Essener noch weit entfernt. Im Spielaufbau unterliefen ihnen zu viele Fehler, und Rhynern wurde forscher. Der flinke Andzouana hatte sogar die Riesenchance zur Führung, doch er scheiterte an Heller (25.). Wenig später setzte Beifuß den Ball per Freistoß knapp neben den Essener Kasten.

Und tatsächlich, die ersten RWE-Fans murrten bereits, weil die Gastgeber sich zwar mühten, aber selten eine wirkungsvolle Lösung fanden. Platzek musste es erneut richten. Er vernaschte seinen Bewacher und die abgefälschte Hereingabe drückte Pröger am langen Pfosten zur 2:1-Führung (32.) über die Linie.

Auch in Hälfte zwei hatte Rhynern die erste gute Szene. Polk fiel der Ball nach einem Freistoß am Elfmeterpunkt vor die Füße, doch er verweigerte das Angebot (50.) und verfehlte das Ziel relativ deutlich. Von einer Essener Souveränität war noch immer nichts zu spüren. Doch dann die Flanke: Alle verpassten, nur Kai Pröger nicht. Der kleine Blonde traf ins lange Eck zum 3:1 und ließ gleich zu Ehren seines Hattricks zwei Salti rückwärts folgen.

Rot-Weiss hatte nun die Kontrolle über das Spiel und weitere gute Chancen. Doch erst Tim Neumann machte mit dem Eigentor zum 4:1 alles klar (83.). Eine noch deutlichere Niederlage hätte der tapfere Tabellenletzte auch nicht verdient gehabt.

Autor: Rolf Hantel

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