17.09.2017

BVB

Weigl freut sich über „traumhaftes“ Comeback

Foto: firo

Nach viermonatiger Pause spielte Julian Weigl wieder für den BVB. Bei der Rückkehr half ihm ausgerechnet der Tritt eines Gegenspielers.

Die Fans von Borussia Dortmund hatten schon einiges zu bejubeln gehabt gegen den 1. FC Köln, aber das schmälerte den Enthusiasmus in der 66. Minute kein bisschen. An der Seitenlinie machte sich ein junger Mann mit der Nummer 33 zur Einwechslung bereit und die BVB-Anhänger erhoben sich und spendeten ebenso ausdauernden wie lautstarken Beifall.

Vier Monate hatte Julian Weigl kein Spiel gemacht, seit er sich gegen den FC Augsburg einen Verrenkungsbruch des Sprunggelenks zugezogen hatte. Nun kam er beim Stand von 4:0 in die Partie, die die Dortmunder am Ende 5:0 gewannen. „Das war traumhaft, ich hätte es mir nicht besser vorstellen können“, sagte der 22-Jährige. „Die Jungs hatten ja schon ein bisschen Vorarbeit geleistet, deswegen war es kein Spiel auf Messers Schneide mehr. Für mich war es dadurch etwas einfacher, reinzukommen. Es hat Riesenspaß gemacht – da weiß man, wofür man in der Reha so hart gearbeitet hat.“

Es war in der noch nicht allzu langen Karriere Weigls die erste schwere Verletzung, dementsprechend schwer tat er sich manchmal, damit umzugehen – wenn es nicht so recht voranging im Genesungsprozess, wenn die Mitspieler auf dem Platz trainierten, Weigl aber im Kraftraum bleiben musste. „Ich bin grundsätzlich ein positiver Mensch und habe immer versucht, die positiven Dinge herauszuziehen“, sagt der Mittelfeldspieler. „Aber es gab auch Tage, da wollte ich keinen sehen und wollte einfach nur nach Hause.“

Wie es nun weiter geht, weiß Weigl selbst nicht so genau – es fehlen ihm ja die Erfahrungswerte. Wann er also Anspruch erheben kann auf jenen Stammplatz, den er zwei Jahre lang selbstverständlich einnahm, den aber in seiner Abwesenheit Nuri Sahin auf beeindruckende Weise ausgefüllt hat. Darüber mache er sich momentan wenig Gedanken, ließ Weigl wissen. „Ich bin erstmal froh, wieder im Kader gewesen und eingewechselt worden zu sein.“

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Die Entscheidung liege ohnehin beim Trainer. „Wir sind unterschiedliche Spielertypen, vielleicht entscheidet der Trainer auch nach dem Gegner, wie er aufstellt“, vermutet Weigl. Einen Nachteil sieht er nicht darin, dass er die komplette Vorbereitung verpasst hat. „Das Gute war, dass ich an fast allen Mannschaftssitzungen teilgenommen habe“, sagt er. „In Asien war ich zwar nicht dabei, aber als sie hier in Dortmund trainiert haben, haben wir meine Reha-Zeiten immer so gelegt, dass ich an den Besprechungen teilnehmen konnte.“ Das System kennt er also in der Theorie gut, nun muss die praktische Erfahrung hinzukommen – auch um Kondition zu tanken. Für 90 Minuten nämlich reicht es noch lange nicht.

Aber immerhin: Das Vertrauen in den Fuß ist wieder da. Eine Woche zuvor war er im Regionalligaspiel der zweiten Mannschaft gegen den SV Rödinghausen zum Einsatz gekommen, hatte 45 Minuten gespielt. „Da habe ich einen Tritt genau auf das rechte Sprunggelenk bekommen“, erzählt er nun. „Und dann habe ich gemerkt, dass es nicht wehgetan hat. Das war befreiend, weil ich gemerkt habe: Das Ding hält.“

Autor: Sebastian Weßling

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