Ousmane Dembélé hatte seinen Spaß. „Oh, Auba!“, rief der Offensivspieler vom BVB grinsend, als Teamkollege Pierre-Emerick Aubameyang im Training den Ball am leeren Tor vorbeigrätschte.

Dembélé

Bei Mega-Angebot muss der BVB die Börse informieren

Sebastian Weßling
10. August 2017, 08:16 Uhr
Foto: firo

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Ousmane Dembélé hatte seinen Spaß. „Oh, Auba!“, rief der Offensivspieler vom BVB grinsend, als Teamkollege Pierre-Emerick Aubameyang im Training den Ball am leeren Tor vorbeigrätschte.

Dem 20-Jährigen war nicht anzumerken, dass der Wirbel um seine Person ihn in irgendeiner Weise beeindruckt.

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Alle Augen waren am Mittwoch auf den Franzosen gerichtet, die Digitalkameras ratterten besonders häufig, als er um 10.49 Uhr den Rasen betrat. Denn das war die große Frage gewesen, die sich viele gestellt hatten: Würde Dembélé überhaupt trainieren, jetzt, wo der FC Barcelona richtig ernst macht?

Als Nachfolger für Neymar

Er tat es. Und er war auch dabei, als der BVB am Mittag sein Mannschaftsfoto für die kommende Saison machen ließ. Ob er dann auch für den BVB aufläuft, ist aber längst nicht sicher. Barcelona hat den dribbelstarken Außenstürmer zum Nachfolger des abgewanderten Brasilianers Neymar auserkoren und intensiviert nun seine Anstrengungen: Inzwischen hat man Kontakt zum BVB aufgenommen. Und nach Informationen dieser Redaktion ist man beim spanischen Vizemeister überzeugt, den Transfer bald zum Abschluss zu bringen. Der Sportzeitung L’Équipe zufolge sollen sich die Katalanen mit Dembélé bereits einig sein.

In Dortmund ist allerdings noch kein ernstzunehmendes Angebot eingegangen. Sollte Barça eine Summe bieten, wie sie sich der BVB vorstellt – also deutlich über 100 Millionen Euro – und damit eine hinreichende Wechselwahrscheinlichkeit besteht, wäre dies ad-hoc-pflichtig: Die Dortmunder müssten umgehend die Börse informieren.

Die Verantwortlichen geben sich derweil gelassen: Sportdirektor Michael Zorc verfolgte das Training gut gelaunt, scherzte bei der anschließenden Aufnahme des Mannschaftsfotos mit den Journalisten. Zu Dembélé sagte er auf Nachfrage dieser Zeitung: „Es hat keinen Sinn, diese ganzen Spekulationen durch irgendeinen Kommentar zu befeuern. Von daher: Kein Kommentar.“

Rennes kassiert 30 Millionen Euro

Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke – der am Mittwoch ebenfalls am Trainingsgelände auftauchte – müssen nun abwägen: Hoffen sie auf weiteren sportlichen Erfolg mit Dembélé? Oder nehmen sie das sichere Geld – was sie allerdings nicht komplett behalten dürften: Französischen Medien zufolge müsste Dortmund bei einer Transfersumme von 120 Millionen Euro bis zu 30 Millionen an Dembélés früheren Klub Stade Rennes weiterreichen.

Ein anderer Spieler ist schon weiter: Emre Mor brauste unmittelbar nach dem Training in seinem Sportwagen davon. Wenig später teilte der BVB mit: Der 20-Jährige sei freigestellt und werde auf dem Mannschaftsfoto fehlen.

„Abschließende Gespräche“ zu Mor

„Ich habe heute nochmal ausführlich mit ihm gesprochen“, erklärte Zorc. „Weil wir uns in abschließenden Gesprächen mit einem anderen Klub befinden, haben wir ihn freigestellt.“ Mor steht vor dem Wechsel zu Inter Mailand – voraussichtlich wird es eine Leihe mit Kaufpflicht, die schon bei einer niedrigen Anzahl an Spielen greift. Im Raum stehen eine Leihgebühr von zwei Millionen Euro und eine Ablösesumme von 15 Millionen. Zwei mögliche Abgänge, dazu die langfristige Verletzung von Marco Reus – braucht der BVB da nicht neues Personal? Zorc will nur so viel sagen: Flügelspieler habe man nun „sicher nicht zu viele“.

Autor: Sebastian Weßling

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