Hasan Ismaik (40) bleibt die wohl umstrittenste Person im deutschen Fußball. Der jordanische Investor des TSV 1860 München geht gerichtlich gegen die 50+1-Regel vor.

1860 München

Investor Ismaik klagt gegen 50+1-Regel

Martin Herms
01. Juli 2017, 09:51 Uhr
Foto: dpa

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Hasan Ismaik (40) bleibt die wohl umstrittenste Person im deutschen Fußball. Der jordanische Investor des TSV 1860 München geht gerichtlich gegen die 50+1-Regel vor.

Ihn wird der deutsche Fußball wohl so schnell nicht los. Hasan Ismaik, Investor des in die Regionalliga abgestürzten Traditionsvereins TSV 1860 München, meldete sich am Freitagabend mal wieder über seinen Facebook-Account zu Wort. Und wie zuletzt üblich ist der jordanische Geschäftsmann auf Krawall aus.

Sein Zorn richtet sich gegen den eigenen Verein und die Liga. Ismaik will gegen die 50+1-Regel vorgehen. Eine Sonderreglung des deutschen Fußballs, die besagt, dass bei ausgegliederten Profiabteilungen der Verein stets das letzte Wort haben muss. Dadurch soll verhindert werden, dass Investoren zu viel Macht und Einfluss erlangen. Genau das ist dem Jordanier seit seinem Amtsantritt bei den Löwen im Mai 2011 ein Dorn im Auge.

Nun hat Ismaik offenbar rechtliche Schritte gewählt, die mehrere Jahre andauern könnten: "Heute habe ich mich entschlossen, die Klage gegen diese aberwitzige 50+1-Regel einzureichen", schreibt er bei Facebook. "Ich wollte dies eigentlich nie tun, weil ich die Gesetze in Deutschland immer respektiert habe. Doch durch die traurigen Ereignisse der letzten Wochen sehe ich mich leider gezwungen, diesen Weg zu beschreiten. Diese Regel ist eine Scheinregel, die den deutschen Fußball nicht schützt, sondern extrem schadet."

Ismaik ist Mehrheitseigner bei den Blau-Weißen, die einen sportlichen Neuanfang in der Regionalliga Bayern starten werden. Die Mehrheit der Stimmen liegt beim Verein. Ohne die 50+1-Regel könnte Ismaik auch die Stimmenmehrheit übernehmen.

Sein Unmut richtete sich darüber hinaus gegen den TSV 1860 München. Der Verein werde "wie eine Würstchenbude geführt", sagt er und fügt hinzu: "Beim TSV 1860 verstecken sich ehrenamtliche Funktionäre hinter 50+1. Sie verwalten meine Millionen und lachen mich aus. Eigentlich sollten Fußballvereine wie Wirtschaftsunternehmen geleitet werden, von Profis."

Autor: Martin Herms

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