23.05.2017

BVBs Elferheld

"Meister vor 33.450 Fans? Kneifen Sie mich"

Foto: firo

Borussia Dortmunds U19 hat den FC Bayern München im Finale um die U19-Meisterschaft mit 8:7 (0:0) im Elfmeterschießen geschlagen. Auch dank Torhüter Eike Bansen.

Eigentlich war es ein Abend, den Torhüter nicht so gerne haben. Borussia Dortmunds U19-Torwart [person=33301]Eike Bansen[/person] hielt, was es zu halten gab, bekam aber nur wenig direkte Bälle auf seinen Kasten und konnte sich so während der Partie gegen die Bayern nicht richtig auszeichnen. Aber viel schlimmer: Er blieb kalt. Unso schwieriger war es, dann im richtigen Moment voll da zu sein. Das - so behaupten viele Experten und Torhüter von Weltformat - sei die Kunst, die einen starken Schlussmann ausmache.

Bansen tat genau das. Als Bayern Münchens Edeltalent Timothy Tillman zum Elfmeter antrat, hielt Bansen den Strafstoß beim stand von 7:7 und gab so seinem Teamkollegen Amos Pieper die Chance, den entscheidenden Stich zu setzen, um die A-Junioren-Meisterschaft perfekt zu machen. "Klar haben die Bayern letzte Woche schon ein Elfmeterschießen gehabt", so der 19-Jährige, "aber von denen standen nur noch drei Mann gegen uns auf dem Rasen, als es zur Entscheidung kam."

"Was dann hier los war, kann ich mit Worten gar nicht erklären."
Bansen über die Gefühle nach dem entscheidenden Elfmeter von Pieper

Bansen musste sich also auf sein Gefühl verlassen. Schon bei den zwei Elfmetern vor dem gehaltenen von Tillman war der Keeper der Schwarzgelben mit den Fingerspitzen dran, konnte die Treffer aber nicht verhindern. "Das hat mich gefuchst", gab er nach der Partie zu. "Aber dann hat es ja doch noch geklappt und Amos hat den Deckel drauf gemacht. Was dann hier los war, kann ich mit Worten gar nicht erklären."

Der 1,94 Meter große Torhüter hatte immer noch glänzende Augen, als er auf die neue A-Junioren-Rekordkulisse angesprochen wurde. "Eine Meisterschaft zu gewinnen vor 33.450 Fans. Kneifen Sie mich bitte mal", flachste er mit den Journalisten. "Ich bin sprachlos. Schon als ich zum Warmmachen rausgekommen bin hatte ich eine Gänsehaut. So etwas gibt es vermutlich nur hier in Dortmund."

Nach der Partie und der Ekstase, die nach dem Elfmeter von Pieper ihren Lauf nahm, streckte Bansen mit vollem Stolz den grünen Schal seines Heimatvereins TuS Voßwinkel in den Dortmunder Abendhimmel. "Ich wollte damit einfach zeigen, dass wir Jungs sind, die niemals vergessen, wo sie herkommen." Für den Torhüter war es das letzte Juniorenspiel, denn dafür ist er ab sofort zu alt. Der Weg soll im Profifußball weiter gehen. Wo das sein wird, ist derzeit unbekannt. Aber Bansen wusste ganz genau, dass er diesen Tag niemals vergessen wird: "Ich glaube, wir haben uns unsterblich gemacht. Der ganzen Mannschaft gebührt ein riesiges Kompliment."

Dann wendete er sich ab und fügte schmunzelnd hinzu: "Jetzt gehts erstmal nach Malle. Da wird der Titel dann vergoldet".

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