29.03.2017

Westfalia Herne

Knappmann über das Topspiel gegen Hordel

Foto: Nils Heimann

In der Westfalenliga II jagt derzeit ein Topspiel das Nächste. Im Vorfeld der Partie Westfalia Herne gegen TuS Hordel (Sonntag, 15 Uhr) sprachen wir mit Christian Knappmann.

Die Saison geht in die heiße Phase. Noch acht Spiele entscheiden in der Westfalenliga II über Auf- und Abstieg. Das Aufstiegsrennen verspricht ordentlich Spannung für die nächsten Wochen. Direkt am kommenden Wochenende steht das nächste Top-Duell an. Tabellenführer Westfalia Herne empfängt den Tabellendritten TuS Hordel.

Schon in der letzten Woche kam es für die Westfalia zu einem Duell mit einem direkten Konkurrenten. Herne musste sich mit einem 0:0 gegen den Lüner SV begnügen. Für Trainer Christian Knappmann eine gefühlte Niederlage, wie er im RS-Interview betont.

Christian Knappmann, das 0:0 gegen den Lüner SV liegt jetzt ein paar Tage zurück. Sie hatten die Möglichkeit, ein paar Nächte drüber zu schlafen. Ist es aus ihrer Sicht ein gewonnener oder verlorener Punkt?
Grundsätzlich war es uns wichtig, dass wir das Spiel zumindest nicht verloren haben, um im nächsten Heimspiel gegen TuS Hordel einen Big Point landen zu können. Gemessen an der Heimstärke des Lüner SV muss man sagen, dass es ein gewonnener Punkt war. Aufgrund der Tabellensituation und des Spielverlaufs würde ich aber eher sagen, dass wir zwei Punkte verloren haben.

Für das Spiel gegen Lünen haben Sie sich eine tolle Aktion einfallen lassen und eine Übernachtung ihrer Mannschaft aus eigener Tasche bezahlt. Das war doch sicher ein teures Unterfangen, oder?
Wenn man Erträge erzielen will, muss man vorher auch etwas investieren und das war in diesem Fall so. Die Rendite wäre höher gewesen, wenn es drei Punkte gewesen wären. Aber durch den einen Punkt kann ich mit der Verzinsung leben. Das passt schon.

Wie kamen Sie auf diese Idee? Was war die Motivation dahinter?
Im Laufe meiner eigenen aktiven Zeit war es immer so, dass besondere Spiele auch besondere Maßnahmen erforderten. Es stärkt die Konzentration und den Fokus. Man hat gesehen, dass wir defensiv viel, viel besser organisiert waren als noch die Wochen zuvor. Von daher hatte das ganze schon einen Mehrwert.

Sie haben die letzten Wochen schon angesprochen. Der Vorsprung ist etwas geschrumpft. Fühlen sie sich trotzdem noch sicher auf dem ersten Tabellenplatz?
Dass der Vorsprung geschrumpft ist, sehe ich nicht so. Man kann von Woche zu Woche schauen und sagen: 'Oh, jetzt ist er geschrumpft und jetzt ist er gestiegen.' Aber ich finde, man sollte Parameter nehmen wie zum Beispiel die Winterpause. Wir waren damals mit drei Punkten Vorsprung auf Lünen schon zufrieden, jetzt sind es vier auf Holzwickede. Wir haben unseren Vorsprung um fast 30 Prozent gesteigert und blicken optimistisch auf solche Dinge.

In welchen Bereichen muss sich ihr Team noch steigern?
Man muss ganz deutlich sagen, dass viele unserer Tore aus Standardsituationen resultieren. Wir lassen zu viel liegen, was die Auswertung an Torchancen aus dem Spiel heraus betrifft. Da müssen wir deutlich effektiver werden und eine andere Trefferquote an den Tag legen. Das ist auch ein Hauptkritikpunkt aus dem Spiel gegen Lünen. Wir waren, was die Chancen angeht, deutlich im Plus und das ist dann nachher hinten raus ärgerlich.

Läuft die Planung für die neue Saison schon? Wenn ja: Geht der Blick ganz gezielt in Richtung Oberliga?
Wir haben vor Saisonbeginn schon gesagt, dass das Ziel von Westfalia Herne im zweiten Jahr Westfalenliga nicht anders lauten kann als 'die Rückkehr in die Oberliga'. Zu Saisonbeginn hätte es jeder unterschrieben, wenn wir acht Spiele vor Schluss vier Punkte Vorsprung haben. Ich glaube, dass man sich keine komfortablere Situation wünschen kann. Es ist nicht so, dass wir mit der nächsten Niederlage Platz eins verlassen würden. Selbst wenn wir am Wochenende gegen Hordel verlieren, wären wir immer noch Tabellenführer.

Sehen Sie das Spiel gegen Hordel als größte Herausforderung bis Saisonende?
Wer mich kennt, weiß, dass ich jeden Gegner komplett ernst nehme und bis ins letzte Detail analysiere. Die Anforderung an so ein Spiel stellt also in der Vorbereitung keine Mehrarbeit dar. Nichtsdestotrotz wissen wir um die Stärken von Hordel. Dennoch, der Druck liegt ganz klar bei der TuS. Sie sind mit anderen Erwartungen in die Saison gegangen, waren aber die komplette Saison im Verfolgerfeld und zwischenzeitlich sogar Tabellenführer. Es ist klar, dass man dann aufsteigen möchte. Mit einer Niederlage am Schloss Strünkede, selbst mit einem Unentschieden wäre Hordel, denke ich, aus dem Aufstiegsrennen raus.

Autor: Vanessa Machelett

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