01.03.2017

TC Freisenbruch

Schalker Eurofighter tritt als Trainer zurück

Foto: TC Freisenbruch

Der TC Freisenbruch muss sich einen neuen Trainer suchen.

Der ehemalige Schalker Eurofighter Mike Möllensiep teilte am Dienstag dem Verein mit, dass er nach der Saison nicht mehr als Trainer zur Verfügung steht. Wir haben mit dem Ex-Profi gesprochen.

Mike Möllensiep, was hat Sie zu der Entscheidung bewegt?
Es war keine leichte Entscheidung, besonders weil die Jungs mir in der kurzen Zeit schon ans Herz gewachsen sind. Als ich damals beim TC unterschrieben habe, bin ich natürlich von einer längeren Zusammenarbeit ausgegangen. Wir hatten die gemeinsame Vision in den nächsten Jahren etwas aufzubauen. Wir sind auch auf einem guten Weg, aber es gibt jetzt nach reiflicher Überlegung zu viele verschiedene Gründe für mich, die Zusammenarbeit am Saisonende zu beenden. Ein Grund war, dass der Verein mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht die Rahmenbedingungen garantieren kann, die für mich wichtig sind. Der Klub selbst, muss bis Anfang April abwarten, wieviele Manager überhaupt für die nächste Saison zur Verfügung stehen und kann erst im Anschluss sagen, wie das Budget aussieht.

Wie haben die Klubverantwortlichen darauf reagiert?
Ich hatte den Klubverantwortlichen letzte Woche, nachdem ich auf ein Gespräch gedrängt hatte schon gesagt, das ich mir noch mal ein paar Tage Gedanken mache und dann kurzfristig entscheide. Es wurde ein offenes und vernümftiges Gespräch, schließlich hat man sich auch immer ganz gut verstanden und gemeinsam eine Menge Herzblut in das Projekt gesteckt. Der Vorstand hätte die Zusammenarbeit gerne weiter fortgesetzt, konnte aber auch meine Sichtweise verstehen.

Sie führen mit elf Punkten Vorsprung die Tabelle an, kassierten nur vier Gegentore. Wie haben Sie es geschafft, die Mannschaft so auf den Punkt zu bringen, mit dem Wissen, dass erst zwei Stunden vor dem Anpfiff die Aufstellung bekannt gegeben wurde?
Das war eine weitere Herausforderung und auch eine Problematik, die andere Trainer natürlich nicht haben. Jeder Spieler hatte zwei Wunschpositionen vorgegeben, auf denen er eingesetzt werden konnte. Ich musste also einen Spieler auf mehreren Position trainieren und taktisch schulen. Man kann sich vorstellen, dass es bei 23 Spielern relativ zeitaufwendig und nicht so einfach ist. Vor allem, weil die meisten noch nie Viererkette, Mittelfeld oder Angriffspressing gespielt haben. Aber die Jungs, haben es klasse angenommen und umgesetzt. So sind wir zu einer echten Spitzenmannschaft in dieser Liga gewachsen, die auch in der Kreisliga A eine gute Rolle spielen kann

Für Sie geht es nun auf Vereinssuche. Wo und in welcher Liga möchten Sie in Zukunft arbeiten?
Da ich immer erst die Gespräche mit dem Verein abwarte, bei dem ich gerade tätig bin, ist es natürlich jetzt schon ziemlich spät und viele Verein sind bereits mit Ihren Planungen durch. Ich wohne in Vreden, im schönen Münsterland und da finden die ersten Gespräche meistens schon im November statt. Ich hatte bisher ein Gespräch mit einem Westfalenligisten und ein bis zwei Anfragen von Vereinen aus der Bezirksliga. Ich musste diese Clubs immer wieder vertrösten, weil ich erst mal abwarten wollte, wie es mit dem TC Freisenbruch weitergeht. Das Gesamtpaket der Vereine und Ihre Zielsetzungen haben mich aber letztendlich auch nicht überzeugt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, weil ich relativ flexibel bin. Das Ruhrgebiet, wo ich groß geworden bin, ist natürlich immer interessant. Auch der Kreis Münster wäre eine Option. Die Möglichkeit mit dem geringsten Zeitaufwand, wäre natürlich ein Verein aus dem Kreis Borken oder Coesfeld. Da bin ich erst mal für alles offen. Ich hätte schon Lust mal wieder einen Verein aus meiner Umgebung zu übernehmen und weiterzuentwickeln. Ich finde, dass Mannschaften in diesen beiden Kreisen noch viel zu wenig im Fokus der Öffentlichkeit stehen.

Ein besonderes Highlight findet mit Ihnen im Mai statt, wenn die Eurofighter 20 Jahre nach dem Gewinn des Europapokals gegen die Euro-Allstars antreten. Wie hoch ist die Vorfreude und was erhoffen Sie sich rund um dieses Event?
Die Vorfreude ist natürlich groß. Es ist schön, dass ich in meiner Heimatstadt und dann noch in dem Stadion meines Heimatvereins, in dem ich 16 Jahre gespielt habe, nochmal an so einem Ereignis teilnehmen darf. Da muss man den Verantwortlichen und besonders Olaf Thon schon ein großes Kompliment für die Organisation aussprechen. Ich freue mich einfach, die anderen nach so vielen Jahren wiederzusehen, verspreche mir eine Menge Spaß und hoffe, dass wir den Zuschauern ein schönes Spiel mit vielen Toren bieten können.

Autor: Krystian Wozniak

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