31.01.2017

BVB

Hooligan-Fahne - "0231 Riot" kämpft um Macht

Während der Partie in Mainz zündeten einige BVB-Anhänger Pyrotechnik. Es war die Gruppierung "0231 Riot". Sie kämpft um Macht und ist gefährlich.

Nicht nur sportlich lief es für den BVB beim FSV Mainz (Endstand 1:1) nicht zufriedenstellend, auch im schwarz-gelben Fanblock gab es Szenen, die den Verein und auch viele Anhänger geärgert haben dürften. Kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit zündeten einige BVB-Fans Pyrotechnik, obwohl Borussia Dortmund nach einem DFB-Urteil noch bis zum 31. Mai 2017 unter Bewährung steht. Außerdem prangte beim BVB-Block eine "Hooligans"-Fahne, die ein großes Problem in der Dortmunder Fanszene verdeutlicht: Die Gruppierung "0231 Riot" will mehr Macht.

Die "Hooligans"-Fahne gehörte zu "0231 Riot". Außerdem war die Gruppierung, so ist es aus Fankreisen zu hören, für das Abbrennen der Pyrotechnik in Mainz verantwortlich. Während der Partie sollen 40 bis 50 Mitglieder der Hooligan-Gruppe im BVB-Block gewesen sein. "0231 Riot" setzt sich aus den „Hauern und Scharfmachern“ der Ultra-Szene zusammen. Laut Schätzungen besteht die neue Gruppe mittlerweile aus 60 bis 80 Mitgliedern. Sie rekrutieren sich auch aus Externen, die offenbar einfach Lust auf Gewalt haben.

Nun geht es "0231 Riot" um Macht. Deswegen die Aktion in Mainz. Während die drei übrigen Gruppen sich nach dem DFB-Urteil Zurückhaltung auferlegt haben, sucht „0231 Riot“ die Konfrontation mit der Vereinsführung. Die übrigen Auswärtsfans waren vorab nicht über die Aktion in Mainz informiert, Anwesende berichten von Entsetzen unter dem restlichen Anhang. Das Problem: Andere Gruppierung trauen sich aus gutem Grund nicht, sich der Hooligan-Gruppe in den Weg zu stellen. Es wäre zu gefährlich.

Bei Heimspielen befindet sich "0231 Riot" derzeit nicht im Stadion - dafür zeigen sie bei Auswärtsspielen immer wieder Präsenz. Viele Fans sehen das mit großer Sorge. Die Gruppe will laut Szene-Kennern so radikal wie möglich sein und das Gewaltmonopol in der Fanszene erlangen. Außerdem hat sie Nähe zur rechtsradikalen Szene in Dortmund. Fans berichten, dass es wieder gefährlich geworden ist, mit antifaschistischen Logos auf einer Auswärtsfahrt rumzulaufen.

Der BVB wollte sich zu den Ereignissen in Mainz noch nicht äußern, da das Verfahren beim DFB-Sportgericht noch in der Schwebe sei. Denn noch droht den Dortmundern nach dem Pyro-Vorfall in Mainz ein Teilausschluss seiner Fans. Die Borussia steht seit dem DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München am 21. Mai 2016 (Bayern gewann mit 4:3 nach Elfmeterschießen) unter Bewährung. Damals zündeten Anhänger Pyrotechnik, die zweite Halbzeit verzögerte sich. Im nächsten Heimspiel gegen RB Leipzig (Samstag, Anstoß 18.30 Uhr) werden nach Informationen dieser Redaktion aber noch keine Fans ausgeschlossen. Erst nach einem rechtskräftigen Urteil des Sportgerichts wäre dies möglich – und die Wahrscheinlichkeit, dass dieses bis zum Heimspiel gegen Leipzig erreicht wird, geht gegen Null.

Autor: Marian Laske

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