Funktionär ätzt öffentlich gegen den Trainer

17.11.2016

Theater beim ETB

Funktionär ätzt öffentlich gegen den Trainer

Foto: Thorsten Tillmann

Oberligist ETB SW Essen hat sich in den letzten Jahren einen zweifelhaften Ruf als Chaos-Verein erarbeitet. Diesem wird der Klub aus dem Essener Süden nun wieder gerecht.

Die deutliche 1:4-Derby-Niederlage gegen die SpVg Schonnebeck hat die Gemüter rund um den Uhlenkrug erhitzt. Nach der vierten Niederlage in den letzten fünf Spielen rutschte der ETB auf einen Abstiegsplatz. Zudem warten die Zuschauer nach wie vor auf den ersten Heimsieg. Alle vier Spiele wurden bisher auf fremden Plätzen gewonnen.

Das hat den einen oder anderen Beobachter im Umfeld des DFB-Pokalsiegers von 1959 offenbar veranlasst, Trainer Damian Apfeld zu kritisieren. Bei den Schwarz-Weißen ist dies jedoch auf eine Art und Weise passiert, die jegliches Niveau vermissen lässt. Gerd Krausenbaum ist offiziell noch als zweiter Vorsitzender des Vereins eingetragen. Vor einigen Wochen hat er sich aus dem aktiven Geschehen zurückgezogen. Das hinderte den Funktionär nicht daran, nach dem Schonnebeck-Spiel auf der offiziellen Facebook-Seite des ETB gegen den Trainer zu hetzen.

Krausenbaum griff Apfeld massiv an: "Entweder kann Damian Apfeld es oder er kann es nicht. (...) Ich habe nicht jahrelang Arbeit und Zeit in den Verein investiert, damit ein 27-jähriger Jungtrainer den Verein als Experimentierfeld benutzt und hinterher behauptet 'Sorry, es ist alles schief gelaufen, wir haben Pech gehabt' und in die RWE-Jugendarbeit zurück geht."

Seiner Kenntnis dürfte es sich entzogen haben, dass Apfeld, der früher im Jugendbereich bei Rot-Weiss Essen tätig war und im Sommer aus Schonnebeck zum Uhlenkrug wechselte, 30 und nicht 27 Jahre alt ist.

Die Aussagen Krausenbaums wollte der ETB-Trainer auf Nachfrage dieser Redaktion nicht kommentieren: "Mit Dingen, die in sozialen Netzwerken kommuniziert werden, beschäftige ich mich nicht. Ich konzentriere mich nur auf das Sportliche."

Apfeld hat ein "Kopfproblem" ausgemacht

In diesem Bereich stehen Apfeld und seine Spieler nun unter Druck. Am Freitagabend kommt der TSV Meerbusch zum Kellerduell nach Essen. Mit einem Sieg im Nachholspiel könnten die Schwarz-Weißen wieder den Sprung in das Mittelfeld schaffen. Denn Platz neun ist nur drei Zähler entfernt. Apfeld weiß, woran er aktuell arbeiten muss: "Wir haben gerade ein Kopfproblem. Die Mannschaft lässt sich von Rückschlägen zu leicht aus der Bahn werfen. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir den Schalter wieder umlegen werden. Damit wollen wir am Freitag gegen Meerbusch beginnen."

Sollte der Heimfluch wieder kein Ende nehmen, dürfte das Chaos beim ETB wohl so richtig losgehen.

Autor: Martin Herms

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