11.08.2007

Aplerbeck: Vom 1. FC Nürnberg zum ASC Dortmund

„Das war es mir nicht mehr wert“

Die Landesliga Westfalen 3 freut sich auf ein neues Gesicht, das in der lokalen Fußballszene noch gar nicht so lange bekannt ist. Hannes Wolf, Spielertrainer des Aplerbecker SC und zum aktuellen „Amateurfußballer des Jahres“ in Dortmund gewählt, ist zwar gebürtiger Dortmunder, hat aber die ersten Seniorenjahre in anderen Fußballregionen verbracht. Obwohl Wolf erst 26 ist, kann er auf eine bewegte Fußballergeschichte zurückblicken, während der er in mehreren Ligen aktiv war.

Höhepunkt war die Zeit als Vertragsamateur beim 1. FC Nürnberg, wo der Stürmer nach einem Probetraining unter Klaus Augenthaler einen Kontrakt erhielt. Dabei durchlief der beim TuS Eichlinghofen groß gewordene Angreifer in seiner Jugendzeit noch nicht einmal eine Ausbildung bei einem höherklassigen Verein.

„Von Eichlinghofen bin ich zu Rot-Weiß Barop gewechselt. Die höchste Klasse, in der ich spielte, war die Bezirksliga, aber da bin ich gleich abgestiegen“, lacht der aktuelle ASC-Coach. „Im zweiten A-Jugend-Jahr bin ich dann zum TSC Eintracht Dortmund in die Verbandsliga gekommen und hatte ein wirklich gutes Jahr. Deshalb bin ich bei den Senioren gleich zum TuS Iserlohn gegangen, die damals ebenfalls Verbandsliga gespielt haben“, erinnert er sich.

In Iserlohn war Hannes Wolf zwei Jahre am Ball und dies so erfolgreich, dass er ein Angebot aus Nürnberg erhielt. „Da ist ein Spielervermittler auf mich zugekommen. Ich habe dann einen Anruf vom 1. FCN erhalten und bin zum Probetraining eingeladen worden.“ Nach zwei Tagen unter Trainer Klaus Augenthaler wurde Wolf Vertragsamateur in Nürnberg.

Dann stoppte der Höhenflug allerdings. „Als ich nach Nürnberg kam, hatte ich gleich ein halbes Jahr Pfeiffersches Drüsenfieber und so auch muskuläre Probleme“, berichtet Wolf von seinem misslungenen Start. „Ich habe dann in der Bayernliga gespielt, bis mich eine Fersenverletzung für insgesamt 17 Monate außer Gefecht setzte.“ Aus einer Entzündung wurde eine Infektion und der Heilungsprozess dauerte daher fast anderthalb Jahre. Die Chance, in den Profifußball zu kommen, war damit dahin.

„Inwieweit dies möglich gewesen wäre, ist jetzt müßig“ so der Spielertrainer, der sich in Aplerbeck rundum wohl fühlt. „Wenn ich zwei Jahre fit gewesen wäre und noch einmal einen Leistungssprung wie in Iserlohn gemacht hätte, vielleicht, denn die holen ja keinen Spieler aus Dortmund nach Nürnberg, dem sie den Sprung nicht zutrauen.“

Aber Hannes Wolf hatte nicht nur auf Fußball gesetzt, sondern ein Sportstudium begonnen. „Ich habe mir gesagt, dass Du jetzt zwei Jahre Fußball spielst, und wenn das nicht klappt, konzentrierst Du Dich aufs Studium.“

Nach einer weiteren viermonatigen Station bei SW Essen, in der der 26-jährige auch dauernd verletzt war, zog er die Reißleine. Als Trainer heuerte er parallel zum Studium bei Eintracht Ergste in der Kreisliga B an und spielte erst einmal gar keinen Fußball mehr. „Nachdem ich dann wieder gesund war, habe ich ein Jahr als Spielertrainer fungiert. Eigentlich wollte ich anschließend als Spieler nach Aplerbeck in die Landesliga wechseln“.

Doch der ASC stieg unerwartet ab und hat sich dann auch vom Trainer getrennt. „Aus den Gesprächen mit dem Vorstand, der auch ein paar Trainingseinheiten von mir in Ergste gesehen hatte, ergab es sich dann, dass ich Spielertrainer geworden bin.“

Autor: kub

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