Spielerrevolte gegen die sportliche Führung

07.12.2015

Aachen

Spielerrevolte gegen die sportliche Führung

Foto: firo

Auch nach dem Aus von Christian Benbennek kommt Alemannia Aachen nicht zur Ruhe.

Denn wie RevierSport erfahren hat, soll Benbennek, dessen Ende in Aachen offiziell in beidseitigem Einvernehmen erfolgt ist, doch nicht so ganz freiwillig gegangen sein.

Die Mannschaft hat sich darauf verständigt, dass dies ein absolut interner und vertraulicher Vorgang bleibt. Deshalb wird es von Seiten der Spieler dazu keine öffentliche Erklärung geben
Alemannia Aachen

Nach unseren Informationen soll es einen von der Mannschaft unterschriebenen Brief an den Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Christian Steinborn gegeben haben, in dem die Spieler neben Christian Benbenneks Entlassung auch die Demission von Co-Trainer Uwe Fecht, dem Sportlichen Leiter Alexander Klitzpera und dem Vize-Präsidenten Thomas Deutz gefordert haben sollen. Zumindest bei Benbennek und Fecht, der bis Jahresende freigestellt wurde, scheint das Ziel erreicht worden zu sein. "Ich bin freigestellt und möchte mich aktuell zu dieser Sache nicht äußern. Es ist traurig genug, was da abgegangen ist", sagt Fecht auf RS-Nachfrage. Klitzpera, der der Mannschaft ebenfalls ein Dorn im Auge sein soll, wollte den Brief an den Aufsichtsratsvorsitzenden weder bestätigen noch dementieren: "Meine arbeitsrechtliche Fürsorgepflicht für alle an diesem Vorgang Betroffenen und Beteiligten verbietet es mir, dazu in irgendeiner Form Stellung zu beziehen."

Auch Spieler, die mit der Thematik konfrontiert wurden, wollten sich gegenüber RevierSport nicht äußern. Aus Teamkreisen hieß es nur: „Die Mannschaft hat sich darauf verständigt, dass dies ein absolut interner und vertraulicher Vorgang bleibt. Deshalb wird es von Seiten der Spieler dazu keine öffentliche Erklärung geben.“

Mit Blick auf den angesprochenen Brief der Mannschaft zeigte sich Aachens Aufsichtsratschef Dr. Christian Steinborn etwas auskunftsfreudiger: "Es gab und gibt zwischen dem Aufsichtsrat und der Mannschaft die verschiedensten Formen von Kommunikationen. Es ist aber nie eine Entlassung gefordert worden. Es wurden nur die Probleme zwischen Mannschaft und Trainerteam angesprochen. Mir wird hier alles viel zu sehr dramatisiert. Leider ist es im Fußball so, dass der Trainer das schwächste Glied ist. Klar ist aber auch, dass die Mannschaft jetzt in der Pflicht steht."

In der "Causa Klitzpera" stärkte Dr. Steinborn indes seinem Sportlichen Leiter den Rücken: "Nicht jeder Chef ist immer der Freund des Arbeiters. Das muss er auch nicht sein. Wir haben Alexander Klitzpera installiert, um noch besser, breiter und professioneller aufgestellt zu sein und daran wird sich nichts ändern. Er wird auch unseren neuen Trainer suchen." Laut Alemannias Aufsichtsratschef soll dieser zumindest bis Weihnachten noch nicht feststehen: "Wir werden erst eine große Analyse machen und dann in Ruhe entscheiden, was das Beste und wer der Beste für Alemannia Aachen ist."

Autor: Krystian Wozniak

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