10.11.2015

Was war das los?

Spielabbruch nach Faustschlag

Foto: firo

Kurz vor Schluss wurde das Derby zwischen Croatia Ratingen und der Reserve des TuS Homberg am Sonntag abgebrochen. Die Verantwortlichen reagierten mit Unverständnis.

Beim Stand von 1:1 in der 88. Minute rasselte ein Stürmer von Croatia Ratingen beim Versuch den Siegtreffer zu erzielen nach einer Flanke mit dem Torwart von TuS Homberg zusammen. Im Anschluss an die Szene gab es Rot, Elfmeter und den Spielabbruch.

RevierSport hakte nach - was war da los?

Achim Berein (Trainer TuS Homberg II):
"Es war mein erstes Spiel als Trainer bei TuS Homberg II. Es war zwei Minuten vor Schluss, als unser Torwart nach einer Flanke vom gegnerischen Stürmer unglimpflich angegangen wurde. Als er dann auf dem Boden lag, hat der gegnerische Stürmer ihn getreten, wovon er uns nachher auch einen Abdruck an der Schulter zeigte. Daraufhin stand unser Torwart auf und beging eine Tätlichkeit, wofür es die rote Karte und Elfmeter gab. Deshalb zog sich einer unserer Spieler das Torwart-Trikot über und die Handschuhe an und der Gegner wollte den Strafstoß ausführen, doch plötzlich brach der Schiedsrichter das Spiel ab, weil er angeblich keine Sicherheit mehr gewährleistet war. Die Situation auf dem Spielfeld hatte sich zu diesem Zeitpunkt allerdings schon wieder beruhigt und der Spielabbruch war für niemanden nachvollziehbar. Es war nämlich nichts weltbewegendes passiert. Die rote Karte war allerdings völlig gerechtfertigt. Unser Torwart darf sich nicht zu dieser Tätlichkeit hinreißen lassen."

Josip Pavlovic (Sportlicher Leiter NK Croatia Ratingen):
"Es war die 88. Minute. Wir haben auf das 2:1 gedrückt und brachten eine Flanke vor das gegnerische Tor. Unser Stürmer geht Richtung Ball und wird dabei noch von einem gegnerischen Spieler geschubst, woraufhin er mit dem Torwart der Homberger zusammenrasselt. Danach stand der Torwart auf und verpasste unserem Spieler einen Faustschlag auf den Hinterkopf, wodurch unser Spiel sehr emotional wurde und von seinen Mitspielern zur Seite gezogen werden musste. Der Torwart ist zuvor am Boden liegend nicht getreten, sondern nur vorher unglücklich an einer schmerzhaften Stelle getroffen worden. Der Schiedsrichter wartete die Situation ab, jedoch gab es zwar Diskussionen zwischen den Spielern, aber keine Beleidigungen oder Ähnliches, da sie sich auch untereinander kennen und sich grün sind und das Spiel bis dahin auch sehr fair war. Der gegnerische Torwart war nachher auch einsichtig. Das einzige Problem war ein Homberger Betreuer, der nicht aufhören wollte den Schiedsrichter unter Druck zu setzen und die Spieler damit weiter aufzuhetzen, obwohl ich ihn beruhigen wollte und ihm gesagt habe, dass die Spieler das ohne Gewalt und Beleidigungen unter sich klären.

Der Schiedsrichter ging zum Elfmeterpunkt und zeigte dem Torwart zurecht rot. Ein gegnerischer Spieler zog sich das Torwart-Trikot und die Handschuhe an und unser Spieler legte sich den Ball zurecht. Die Situation auf dem Feld hatte sich schon beruhigt. Nur der Homberger Betreuer hörte nicht auf, den Schiedsrichter unter Druck zu setzen. Daraufhin stellte dieser sich abseits des Platzes hin, hob die Arme und brach das Spiel zur Verwunderung aller Beteiligten ab. Danach schrieb er einen Sonderbericht, weshalb ich nicht weiß warum genau er das Spiel abgebrochen hat, aber er wird sich vor der Spruchkammer rechtfertigen müssen."

Autor: Nico Jung

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