TSG Sprockhövel

"Keiner muss sich feiern lassen"

22. September 2015, 12:37 Uhr

Foto: Griepenkerl

Niemand hätte vor dem Saisonstart einen Pfennig auf die TSG Sprockhövel gesetzt. Nun ist die blutjunge Mannschaft Tabellenführer in der Oberliga Westfalen.

Und die bisherigen Teams, mit denen es die Elf von Trainer Andrius Balaika in den ersten sechs Partien zu tun bekam, sind keinesfalls als Kanonenfutter abzustempeln.

RevierSport sprach mit dem TSG-Coach über die Gründe für den beeindruckenden Start, die Stärken der Mannschaft und darüber, was passiert, wenn ein Sprockhöveler dem Beispiel von Hasan Ülker folgen sollte.

Andrius Balaika, vor der Saison haben Sie gesagt, dass Ihre Mannschaft „irgendwie da durch muss“. Was sagen Sie nun?
Vor der Saison war mir schon klar, dass die Jungs mal einschlagen werden. Ich habe mir auch immer die Frage gestellt, wann das sein soll. Ob das vielleicht ein paar Monate dauert. Dass das von Anfang an so gut klappt, ist für mich ein bisschen überraschend.

Was macht das Team so stark?
Die Spieler sind ja noch sehr jung. Neulich habe ich gelesen, dass wir ein Durchschnittsalter von 20,7 Jahren haben. Die Mannschaft ist intakt. Und die, die noch etwas hinten dran sind, machen im Training richtig Druck. So wird meine erste Elf unter Spannung gehalten. Das ist ein Aspekt, der uns ausmacht.

Haben Sie die Befürchtung, dass andere Vereine die Spieler wegschnappen? Wie es zum Beispiel mit Hasan Ülker passiert ist?
Ich kann mir schlecht vorstellen, dass die Jungs die Mannschaft in der Winterpause im Stich lassen. Das sind vernünftige Typen, die klar im Kopf sind. Was die Zukunft betrifft: Es ist nicht unser Ziel, dass wir hochtalentierte Spieler im Verein halten. Das schaffen wir mit unseren Mitteln auch gar nicht. Was nach der Saison passiert, können wir natürlich nicht beeinflussen.

Ihre Mannschaft hat sich in der Liga ordentlich Respekt verschafft. Merken die Jungs das?
Es gibt bei uns keine Nachbesprechung der Spiele, wir blenden unsere Situation in der Liga unter der Woche aus. Nach dem Abschlusstraining fokussieren wir uns auf den nächsten Gegner. Keiner ist der Meinung, dass er sich schon feiern lassen muss.

Dann haben Sie auch keine Sorge, dass einer der Spieler durchdrehen könnte?
Nein, davor habe ich keine Angst. Den Großteil der Mannschaft kenne ich aus dem letzten Jahr. Dort waren sie häufig in so einer Situation, allerdings in der Jugend. Das ist sicherlich ein Vorteil.

Spinnen wir das Ganze mal weiter: Was passiert, wenn Sie am Ende auch da oben stehen?
Wir wissen, dass es im Fußball ganz schnell anders herum gehen kann und wir in jedem Spiel vor einer neuen Herausforderung stehen. Sollten wir am Ende der Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen, ist das für unsere Verhältnisse ein Riesenerfolg.

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