01.04.2015

RWE

Zurück zu den Wurzeln

Mit dem neuen Trainerduo geht es für Rot-Weiss Essen zurück zu den Wurzeln.

Obwohl Michael Welling und Christian Hülsmann noch lachen konnten – Spaß hatten der geschäftsführende 1. Vorsitzende und der Aufsichtsratschef nicht daran, sich eine Woche nach der Kündigung von Sportvorstand Uwe Harttgen erneut aufs Podium im Presseraum zu begeben, um die Trennung von Trainer Marc Fascher zu verkünden.

„Mit der Entscheidung für Harttgen und Fascher vor einem Jahr haben wir offenkundig nicht alles richtig gemacht“, musste Welling eingestehen und ergänzte: „Wir sind überzeugt, dass es für den Verein richtig ist, diese Veränderung zu machen.“

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Wohlgemerkt waren die Verantwortlichen vor etwas mehr als einem Jahr ebenso überzeugt, als sie sich dafür entschieden, an der Hafenstraße eine Professionalisierung einzuleiten und Kompetenz von außerhalb hinzuzuholen. Dieser Weg brachte letztlich aber mehr Schwierigkeiten als Vorteile mit sich. Die Fans wurden mit den neuen Verantwortlichen für den sportlichen Bereich nicht warm. Und so fiel der Gegenwind für Fascher sogar noch stärker aus, als für seinen Vorgänger, wie Hülsmann feststellte: „Wrobel hatte selbst nach seiner Entlassung noch eine gewisse Grundzustimmung unter den Fans, weil er eine Nähe zu den Fans hatte und sich auch nach Scheißspielen im Assindia-Bereich gestellt hat.“

Ein Zeichen im Hinblick auf Kray

Hülsmann betonte, dass ihm dieser Umstand für Fascher leid tat. Und er kreidete diesen Fehler nicht dem Ex-Trainer an, sondern dem ehemaligen Sportvorstand. „Marc Fascher hat sich intensiv mit der Mannschaft beschäftigt. Uwe Harttgen hätte für mehr Fannähe sorgen müssen. Wir haben vor der Saison auch nicht das übliche Gespräch mit den Fans gehabt, obwohl Michael Welling darauf gedrängt hat.“

Lange wollten die RWE-Bosse aber nicht mehr zurückblicken, sondern lieber auf das vorausschauen, was in den kommenden Wochen vor dem Verein liegt. Neben sieben Ligaspielen, in denen die Punkteausbeute zweitrangig ist, stehen im besten Fall noch zwei Pokalspiele an. Am 14. April steht das dritte Aufeinandertreffen mit dem FC Kray an. Mit dem Trainerwechsel sollte vor allem im Hinblick auf diese Partie ein Zeichen gesetzt werden. Denn eine weitere Niederlage gegen den kleinen Nachbarn kann sich RWE nicht erlauben.

Schön, dass wir zwei Trainer haben, die Rot-Weiss Essen im Herzen tragen
Michael Welling

Um die Mannschaft nach dem desolaten Auftritt beim 0:3 gegen Rödinghausen schnell wieder in die Spur zu bekommen, haben sich Welling und Hülsmann für eine interne Lösung entschieden. Zurück zu den Wurzeln heißt das Motto. Jürgen Lucas, der mit der U19-Mannschaft auf dem besten Wege zur Rückkehr in die U19-Bundesliga ist, wird bis zum Saisonende das Regionalliga-Team betreuen. Zur Unterstützung hat er sich Markus Reiter geholt, einen Fußballlehrer, der in der vergangenen Saison als Assistent von Karsten Baumann beim MSV aktiv war und zwischen 2005 und 2008 bereits die U17 von RWE trainierte.

„Schön, dass wir zwei Trainer haben, die Rot-Weiss Essen im Herzen tragen“, sagte Welling zu dieser Personalentscheidung. Die beiden Interimstrainer, die die Hafenstraßen-Atmosphäre bereits gut kennen, können der Mannschaft vielleicht auch ein wenig dabei helfen, sich an das kritische Umfeld zu gewöhnen.

Wer ab Sommer das Ruder in Essen übernimmt, ist noch offen. Welling und Hülsmann wollen sich Zeit nehmen bei der Entscheidungsfindung. Schließlich möchten sie sich in Zukunft nicht mehr so oft aufs Podium begeben müssen.

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