Langsam, aber sicher steigt die Spannung. Kurz nach Ostern dürfen die Vereine der 3. Liga mit einem ersten Feedback aus Frankfurt rechnen.

MSV Duisburg

U23, U21 oder gar kein Unterbau

02. April 2015, 14:07 Uhr

Langsam, aber sicher steigt die Spannung. Kurz nach Ostern dürfen die Vereine der 3. Liga mit einem ersten Feedback aus Frankfurt rechnen.

Denn erfahrungsgemäß gibt der DFB nach den Feiertagen sein erstes offizielles Statement zu den eingereichten Lizenzierungsunterlagen ab. Dann wissen die Klubs auch, welche Auflagen und/oder Bedingungen sie noch erfüllen müssen.

Anders als in den letzten beiden Jahren können die Meidericher der Meldung dieses Mal zumindest ein wenig entspannter entgegenschauen. Für den Fall der Rückkehr in die zweite Liga dürfte es kaum Probleme für den MSV geben, schließlich sprudeln dann alleine rund fünf Millionen Euro Fernsehgeld in die klamme Kasse.

Anders sieht es hingegen aus, wenn es mit dem Aufstieg nicht klappen sollte. Dann müssten die Duisburger die ohnehin schon stark reduzierten Ausgaben noch einmal drastisch drosseln. Ein Muss, das fast ausschließlich über die Personalkosten realisierbar ist.

Weil auf der personell stark dezimierten Geschäftsstelle kaum noch Einsparungsmöglichkeiten vorhanden sind, müssten die Verantwortlichen den Rotstift wohl bei der U23 ansetzen. Schließlich sollen die Profis möglichst verschont bleiben, damit der Aufstieg 2016 realisierbar bleiben kann. Zwar wehren sich alle Entscheidungsträger entschieden dagegen, den Unterbau abzuschaffen, dennoch werden die wirtschaftlichen Zwänge wohl kaum einen anderen Schluss zulassen.

Die U23 kostet den MSV rund 270.000 Euro

Das Nachwuchs-Leistungszentrum schlägt mit insgesamt etwas mehr als einer Millionen Euro zu Buche, davon entfallen ca. 270.000 Euro auf die Reserve. Und eine Viertelmillion Euro mehr zur Verfügung zu haben, macht sich für die Lizenzerteilung deutlich bemerkbar.

Das Problem dabei ist allerdings, dass der MSV mit der wichtigen Entscheidung nicht so lange warten kann, bis der sportliche (Nicht-)Aufstieg der Ersten entschieden ist. Zum einen möchten die Spieler sowie Trainer wissen, ob sie eine Zukunft an der Westender Straße haben. Zudem fordert der DFB spätestens im Mai klare und eindeutige Zahlen.

Aus diesem Grund werden auch aktuell in allen Vereinsgremien heiße Diskussionen geführt, aus denen auch ein Kompromissvorschlag entstanden ist. Der MSV könnte anstelle der U23 eine U21 ins Rennen schicken. Die Vorteile: Die noch jüngeren Spieler wären noch billiger und der Unterbau würde nicht abgesägt. Zudem könnten die Profis wie bislang nach einer Verletzung in der U21 Spielpraxis sammeln.

Das Problem: Einen Austausch, wie er beispielsweise vollzogen wird, wenn Gino Lettieri viele verletzte Spieler zu beklagen hat, ist kaum mehr möglich, ohne einen drastischen Qualitätsverlust befürchten zu müssen. Schließlich würden die Spieler, die den Sprung aus der A-Jugend zu den Profis schaffen, ohnehin oben dabei sein.

Die Duisburger befinden sich folglich in einer misslichen Lage. Sie müssen in naher Zukunft eine Entscheidung fällen, wohlwissend, dass diese vielleicht der langfristigen Entwicklung des MSV schaden kann. Eine wahrlich schwierige und vor allem undankbare Aufgabe.

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