VfL Bochum

Neururer und Hochstätter reden weiter Klartext

24. November 2014, 09:27 Uhr

Das Szenario nach dem Schlusspfiff in Bochum war schon ein wenig bizarr.

Lauschte man den Trainer-Interviews, dann standen die Worte von Peter Neururer eigentlich im krassen Gegensatz zu dem nackten Resultat nach 90 Minuten, einem klaren 4:0 (1:0)-Erfolg gegen Aalen. Der Trainer fand massive Kritik am Auftritt in der ersten Halbzeit.

Am Samstag legte der Übungsleiter mit ein wenig Abstand noch einmal nach. Neururer: „Ich habe vor dem Training ein paar eindringliche Worte an das Team gerichtet. Die erste Halbzeit war nicht das, was wir spielen wollen. Das ist nicht unsere Art, Fußball zu spielen. Deshalb betrachten wir die erste Halbzeit als einen gescheiterten Versuch und als Lernprozess.“

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Einmal in Rage legte der Fußballlehrer nach: „Wir haben im Mittelfeld begleitet statt bekämpft. Pressing geht nicht über eine 45 Meter Distanz. Es ist schlichtweg der Wahnsinn, wenn man Pressing spielen will und dabei eine Zweikampfquote von 47 Prozent hat. Das ist fatal.“ Rund 100 Kilometer entfernt am Niederrhein, waren die Gedanken von Christian Hochstätter zeitgleich ähnlich. „Wir hatten trotz früher Führung keine Sicherheit“, stellte der Sportvorstand fest, „Ich hatte als Vorgabe ausgegeben: Ein Sieg muss her, egal wie. Damit hat die Mannschaft ihr primäres Ziel erreicht. Es war ein Arbeitssieg, aber natürlich war nicht alles gut.“

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Hochstätter gestand allerdings ein: „Diesmal ist auch das Glück zu uns zurückgekehrt. Ich mag mir nicht ausmalen, wenn einige Szenen anders gelaufen wären.“ So aber stimmte ihn am Sonntagmorgen ein Blick auf die Tabelle versöhnlich: „Wir sind immer noch auf Tuchfühlung mit dem oberen Tabellendrittel.“ Und so stimmt es zuversichtlich, dass sich die Verantwortlichen nicht haben blenden lassen und der Öffentlichkeit keinen Sand in die Augen streuen. Zweifelsohne war die Nervenbelastung vor dem Spiel immens, denn das Trauma einer weiteren Niederlage hätte Fußball-Bochum in seinen Grundmauern erschüttert. So gesehen ist es richtig, wenn die Fans feiern und die Verantwortlichen auf die realistische Leistung reagieren.

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