05.11.2014

Wiedenbrück - Verl

Ein Derby voller Emotionen

Die Stadien des SC Wiedenbrück und SC Verl liegen gerade einmal 13 Kilometer auseinander. Am Freitag (19 Uhr) ist Derbyzeit!

Vor dem "Kreisderby" sprach RevierSport ausführlich mit den beiden Trainern Ali Beckstedde (SC Wiedenbrück) und Andreas Golombek (SC Verl).

Andreas Golombek, Ali Beckstedde was ist das besondere an diesem Kreisderby?
Golombek: (lacht) Wir kennen uns alle in- und auswendig. Ich denke, dass das früher alles viel krasser, noch intensiver war. Mittlerweile besteht zwischen den Vereinen eine gesunde Rivalität. Ich kenne zum Beispiel Wiedenbrücks Chef Burkhard Kramer sehr gut und bin auch mal zum Weintrinken bei ihm eingeladen. Vor der Saison habe ich mit [person=3757]Kamil Bednarski[/person] gesprochen, weil ich ihn gerne in Verl gesehen hätte. Er hat mir aber abgesagt und betont, wie wohl er sich in Wiedenbrück fühlt. Das akzeptieren wir dann und haken da nicht mehr nach. Nichtsdestotrotz macht die Nähe der Vereine das Derby sehr reizvoll. Schließlich will jeder die Nummer eins in seiner Region sein. Schalke und Dortmund kämpfen um die Vormacht im Ruhrgebiet. Verl und Wiedenbrück eben hier im Umkreis. Aber alles natürlich in Mini-Form im Vergleich zu Schalke und Dortmund.

Beckstedde: Derby ist Derby! Egal, in welchem Land, in welcher Stadt und Region. Diese Spiele machen den Fußball aus und auch wir freuen uns ungemein auf den SC Verl. Vor allem aufgrund unserer letzten 1:7-Pleite in Rödinghausen, haben wir etwas gutzumachen und da kommt das Derby gerade recht. Die Kulisse wird für beide Klubs sehr reizvoll sein. Ich hoffe, dass wir rund 1500 Leute im Jahnstadion begrüßen werden und diese für eine fantastische Derby-Atmosphäre sorgen werden.

Wiedenbrück verlor zuletzt mit 1:7 in Rödinghausen. Eine Woche vorher siegte der SCW mit 3:2 gegen Viktoria Köln. Wie sind die Wiedenbrücker jetzt einzuschätzen?
Golombek: Ich habe beide Spiele gesehen und wir werden uns an der Leistung des Spiels gegen Köln orientieren. Wiedenbrück hat nicht durch Zufall so viele Punkte eingefahren. Der SC Wiedenbrück hat im Sommer super eingekauft. Sie haben mit Leuten wie [person=2679]Markus Bollmann[/person], [person=2984]Jure Colak[/person], [person=2159]Julian Loose[/person], [person=2123]Massiy Wassey[/person], [person=2977]Aleksandar Kotuljac[/person] oder [person=3757]Kamil Bednarski[/person] Spieler in ihren Reihen, die jeder Regionalligist gerne in seinem Kader hätte. Das ist eine richtig gute Mannschaft. Solche Spiele wie in Rödinghausen passieren auch mal. Das darf man nicht überbewerten.

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Beckstedde: Wir haben gegen Rödinghausen kapitale Fehler begangen und jeder Schuss des SVR landete in unserem Netz. Das war ein rabenschwarzer Freitag, den ich persönlich von meiner Festplatte schon gelöscht habe. Wir haben das Spiel mit der Mannschaft zwei Tage lang aufgearbeitet und jetzt geht es weiter. Das ist ja das Schöne am Fußball. Mit einem Derbysieg können wir das 1:7 schnell vergessen machen. Klar ist aber auch, dass ein 1:7 überhaupt nicht geht und die Höhe der Niederlage sehr schmerzt.

Der SC Verl hat in 14 Spielen nur zehn Gegentore kassiert und stellt die beste Abwehr der Liga. Was ist das Geheimnis dieses Erfolgs?
Golombek: Wir haben uns stetig weiter entwickelt und spielen sehr diszipliniert. Wenn wir vorne noch die Bude treffen würden, dann wären wir ganz oben dabei. So stehen wir einen Punkt hinter Wiedenbrück und wollen die Serie der nicht gewonnen Spiele in Wiedenbrück am Freitag brechen. Wir sind ja sowieso eine Art Serien-Brecher. Köln II war elf Spiele ohne Niederlage, Lotte acht Spiele und beide Mannschaften haben wir in den letzten zwei Wochen besiegt. Warum sollte uns das nicht auch in Verl gelingen?

Beckstedde: Der SC Verl hat eine ganz erfahrene, abgezockte Regionalliga-Mannschaft, die eine hohe Qualität besitzt. Die Verler haben in den letzten acht Spielen nur zwei Gegentore kassiert und fahren ihre Siege auch öfters mit 1:0 ein. Sie können auf Ergebnis spielen und das ist für diese Liga eine richtig hohe Qualität. Wir spielen bislang aber auch eine gute Saison und stehen in der Tabelle einen Punkt vor dem SC Verl. Das soll auch nach dem Spiel am Freitag weiter so sein. Wenn wir vier Punkte vorne wären, hätte ich auch nichts dagegen (lacht).

Autor: Krystian Wozniak

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