VfL Bochum

Jünger, schneller und technisch stark

22. Juli 2014, 14:47 Uhr

Christian Hochstätter weiß, wie er überraschende Testspielerfolge einzuordnen hat.

Denn während der ein oder andere Fan das rewirpowerSTADION nach dem 3:1-Erfolg des VfL über Bundesligist Wolfsburg am Freitag mit einem breitem Grinsen verließ, war beim Sportvorstand kein Anflug davon zu sehen, dass er die Bodenhaftung verlieren könnte.

Natürlich hatte auch Hochstätter positive Dinge gesehen, die man an der Castroper Straße lange vermisst hatte. Völlig losgelöst vom Tagesgeschäft beantwortete er eine Stunde nach dem Spiel im RS-Interview Fragen rund um das neue VfL-Team.

Christian Hochstätter, was ist Ihnen gegen die Wölfe besonders aufgefallen?
Dass unser Team deutlich mehr Tempo im Spiel nach vorne hat, dass das Umschaltspiel klappt und wir nach Ballverlusten wieder rechtzeitig formiert sind. Natürlich ist es auch ein Zeichen, wenn wir acht externe Spieler holen und sieben davon in der Startformation stehen.

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Ein Ziel der Kaderplanung war es, die schwächelnde Offensive mit neuem Leben zu füllen. Viel auffallender gegen die Wölfe war aber, dass man kaum eine Torchance aus dem Spiel zugelassen hat.
Ich finde es gut, dass Peter Neururer großen Wert darauf legt, die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive zu finden, Wir haben uns sicher technisch verstärkt, mit besseren Fußballern, aber da besteht eben die Gefahr, dass der Weg zurück mögliche Defensivversäumnisse birgt. Deshalb legt der Trainer großen Wert darauf, dass alle hinter den Ball kommen.

Also spielt der Satz "Die Null muss stehen" in Liga zwei eine große Rolle?
Ja, wenn unsere Defensive funktioniert, haben wir vorne Spieler mit der nötigen Qualität, um uns entscheidend durchzusetzen. Wir werden auswärts sicherlich wunderbar auf Konter spielen können. Dagegen wird es in den Heimspielen wichtig sein, viele Eins-gegen-eins-Duelle zu gewinnen, und da haben wir auch viele Lösungen. Bezogen auf das Wolfsburg-Spiel: Wir werden in Liga zwei auf keinen Gegner treffen, der in unserem Stadion so offensiv spielt, wie der VfL Wolfsburg.

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Vor dem Beginn Ihrer Tätigkeit suchte der VfL Neuzugänge vornehmlich in der 3. Liga. Seit Ihrem Amtsantritt hat sich einiges verändert.
Wir haben detailliert besprochen, was wir vorhaben. Mangels Geld haben wir erstmal nach ablösefreien Spielern geschaut, vor allem im deutschsprachigen Raum. Danach haben wir unsere Erkenntnisse nach Positionen geordnet. Weil wir das Ziel hatten, den Kader zu verjüngen, haben wir auch auf die Altersstruktur geachtet. Dies alles ging über das Internet, um eine Liste von potentiellen Kandidaten für uns zu erstellen.

Wie gelang es dann, aus den vielen Namen die richtigen auszuwählen?
Wir haben die Spieler über die Saison mehrmals beobachtet und offensichtlich auch zum richtigen Zeitpunkt mit den Leuten gesprochen – und sie letztlich auch bekommen.

Im Anforderungsprofil der Neuen stand sicherlich nicht nur, sie müssten jung und ablösefrei sein. Was war Ihnen noch sehr wichtig?
Die Priorität lag in erster Linie darauf, dass wir technisch starke Fußballer bekommen. Das zweite Kriterium war das Tempo. Die meistgestellte Frage in der Branche lautet immer: Ist der schnell? Mich aber interessierte in erster Linie, ob er Fußball spielen kann, dann erst die Schnelligkeit. Kann ein Spieler beides, ist er für uns schon ein potentieller Kandidat.

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Technisch begabt, schnell, jung – ideale Voraussetzung für erfolgreichen Fußball. Aber stimmt es auch im zwischenmenschlichen Bereich?
Stanislav Sestak und Jan Simunek sprechen sehr gut deutsch, alle anderen Spieler stammen aus dem deutschsprachigen Raum, das macht die Integration problemlos. Ich habe bisher den Eindruck gewonnen, dass wir ein paar echte Typen mit großen Zielen dazu bekommen haben. Dazu die Jungen, die engagiert und hungrig sind – eine gute Mischung.

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