19.06.2014

TuS Bösinghoven

Dauser, Dauser, immer wieder Dauser

Alle sprechen nach der Oberliga-Saison vom Aufstiegsverzicht des SV Hö.-Nie., dem polarisierenden FC Kray oder dem Fan-Chaos rund um den Wuppertaler SV.

Bei all den Diskussionen geht ein Thema aber fast völlig unter. Bösinghovens Angreifer [person=2118]Kevin Dauser[/person] hat den Rekord des Ex-Uerdingers Issa Issa in der Oberliga Niederrhein eingestellt und mit 30 Toren in der abgelaufenen Saison Geschichte geschrieben.

„Ich fühle mich beim TuS einfach wohl“, verrät Dauser sein Erfolgsrezept: „Mein vorheriger Klub, Fortuna Düsseldorf, ist zwar ein toller Verein, aber dort hatte ich nicht das Selbstvertrauen, das mich jetzt auszeichnet.“

Schließlich ist der Knipser in Bösinghoven heimisch geworden. Seit fünf Jahren ist er mit seiner Freundin Alena zusammen und arbeitet in der Firma des Präsidenten Johannes Peters, die sich mit Klimatechnik befasst. „Ich kann mir die Arbeit selbst einteilen, sodass es mit dem Fußball keine Probleme gibt“, weiß Dauser die Freiheiten zu schätzen.

Das gilt auch für die, die er innerhalb des Teams genießt. Als einzige Spitze wird dem 26-Jährigen zugearbeitet. „Ich denke, dass es für die Jungs okay ist, solange ich ein, zwei Tore erziele“, grinst Dauser. Und darauf können sich seine Mitspieler verlassen. Seit dem er beim TuS ist, trifft er Minimum 20 Mal pro Saison, zuletzt verbuchte er die bereits genannten 30 Treffer und sicherte sich damit zum ersten Mal in seiner Laufbahn die Torjägerkanone. „Ich habe beim FC Brüderich mal 25 Hütten gemacht, aber noch nie so viele wie jetzt“, reibt er sich die Hände.

„Bin Realist genug, um zu wissen, dass der Zug abgefahren ist!“

Klar, dass nach dieser grandiosen Saison etliche Anfragen auf seinem Tisch lagen, doch Dauser lehnte alle ab: „Natürlich habe ich mal wie jeder Fußballer davon geträumt, Profi zu werden und mit dem Sport viel Geld verdienen zu können. Doch ich bin Realist genug, um zu wissen, dass der Zug in meinem Alter abgefahren ist. Ich habe noch ein Jahr Vertrag und werde diesen auch ganz bestimmt erfüllen.“

Ob er danach noch einmal eine Liga weiter oben spielen wird, lässt er aber offen: „Natürlich steht mir das beste Fußballeralter noch bevor, allerdings mache ich mir darüber noch keine Gedanken: Wichtig ist erst einmal, mit dem TuS eine ruhigere Saison als die letzte zu spielen.“ Denn auf Abstiegskampf hat der Goalgetter keine Lust mehr: „Unsere Mannschaft ist im Gros zusammengeblieben, deshalb gehe ich davon aus, dass es besser werden wird.“

Auf die Frage, ob er seine Quote in der anstehenden Serie übertreffen will, antwortet Dauser: „30 Stück sind eine ordentliche Zahl. Ob es noch einmal gelingt, weiß ich nicht, aber 20 sollten auf jeden Fall drin sein, wenn ich verletzunsgfrei bleiben.“ Gelingt es Dauser, ist es zwar keine Hauptgeschichte, aber ein weiteres Kapitel einer erfolgreichen Oberliga-Story.

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