20.06.2014

SuS Stadtlohn

Nijhuis hätte sein Juwel gerne behalten

Der SuS Stadtlohn verstärkt ab sofort die Oberliga Westfalen und der prominenteste Neuzugang der Klasse ist damit gefunden, es ist Trainer Alfred Nijhuis.

Der Ex-Profi, der zwischen 1991 und 2001 182 Bundesligaspiele (17 Tore) und 59 Zweitligapartien (5 Tore) für den MSV Duisburg und Borussia Dortmund absolvierte sowie eine Saison bei den Urawa Red Diamonds in Japan spielte, ist nicht nur Trainer des Aufsteigers SuS Stadtlohn, sondern gleichzeitig auch als Deutschland-Scout für Ajax Amsterdam tätig.

Deshalb trifft ihn die jüngste personelle Entscheidung auch gleich doppelt. Denn [person=23560]Daniel Neustädter[/person], Bruder des Schalkers [person=1911]Roman Neustädter[/person], wird den SuS verlassen, um ein Studium in den USA zu beginnen. „Das ist sehr schade, denn er hat unglaubliches Potenzial“, weiß Nijhuis und adelt den 19-Jährigen, der zuvor bei der TuS Koblenz, Twente Enschede sowie dem FSV Mainz spielte. „Wenn er richtig gefördert würde, dann folgt er seinem Bruder ins Profigeschäft.“

Neustädter und Hippers hätten das Zeug, Profi zu werden

Doch Neustädter hat sich (vorerst) für seine berufliche Zukunft entschieden. Für Nijhuis verständlich, schließlich erkennt er sich in seinem Schützling auch selbst ein bisschen wieder. Denn der 48-Jährige war ebenfalls ein Spätzünder. Weil er bei Twente Enschede vergebens auf einen Profivertrag wartete, schloss er im Alter von 21 sein Studium ab und wechselte zum niederländischen Drittligisten SC Enschede, bevor es ihn in die damals dritte deutsche Klasse, zum ASC Schöppingen, zog.

„Dort war Bernard Dietz mein Trainer“, erinnert sich Nijhuis. Ein Glücksfall, denn Dietz erkannte die Stärken des Abwehrspielers und brachte ihn beim MSV unter. Da war Nijhuis aber schon 25 Jahre alt und hatte den Profitraum eigentlich schon längst abgehakt – doch dann sollte seine Karriere erst beginnen.

Deshalb hofft Nijhuis auch darauf, dass Daniel Neustädter vielleicht doch noch einmal auf die Karte Fußball setzen wird, auch wenn er weiß, dass es immer schwerer für ihn werden wird. Gleiches gilt auch für seinen Teamkollegen [person=6696]Andre Hippers[/person], dem Nijhuis ebenfalls bescheinigt, weiter oben spielen zu können.
[infobox-right]Der Kader des SuS Stadtlohn Tor: Christoph Fork, Niklas Kernebeck, Niklas Lukas.
Abwehr: Timo Brillert, Patrick Herzog, Jens Roßmöller, Maximilian Terbrack, Marcel Terhaar.
Mittelfeld: Markus Banken, Kevin Bockhorn, Daniel Ebbing, Kai Erning, Daniel Klein-Günnewick, Andre Hippers, Marvin Hötzel, Henrik Majert, Michael Roßmöller, Hendrik Vennemann, Lars Ivanusic (SpVgg Vreden), Mario Worms (DJK Eintracht Coesfeld).
Angriff: Marius Borgert, Nils Bußmann, Josse Gerick, Niklas Hilgemann, Markus Krüchting, Dennis Seeger.
Abgänge: Nico Klein-Günnewick (SpVgg Vreden), Marcel Meckeler (Eintracht Ahaus), Daniel Neustädter (Studium in den USA).[/infobox]
„Er ist extrem kopfballstark, kann rechts wie links spielen und ist auf der Sechs zu Hause. Doch er ist schon 25 Jahre alt und leider bekommen Jungs, die mit Anfang 20 in der Oberliga spielen, heute keine Chance mehr. Spieler wie [person=4594]Andre Hahn[/person] oder [person=1910]Marco Reus[/person] sind absolute Ausnahmen. Das gilt sowohl für Deutschland als auch die Niederlande. Das ist traurig, denn Andre hätte es verdient.“

„Natürlich können wir auch mal kloppen, aber hauptsächlich spielen wir Fußball!“

Um seinen Spielern aber wenigstens einen Hauch der großen Fußballwelt zu vermitteln, setzt der gebürtige Utrechter im Training vorwiegend auf Ballkontrolle und Spielverständnis. „Ich arbeite sehr viel im technischen Bereich sowie im Positionsspiel auf engem Raum. Natürlich können wir auch mal kloppen, aber hauptsächlich spielen wir Fußball.“ Mit Erfolg.

Das war vor zwei Jahren allerdings noch ganz anders. Als Nijhuis in Stadtlohn anheuerte, stand der Klub sportlich mit dem Rücken zur Wand und drohte in die Bezirksliga abzurutschen. Doch er schaffte die Wende und wird sein Credo deshalb natürlich auch in der Oberliga anwenden: „Ich mag Schnelligkeit und Power. Das steckt in uns drin und das werden wir auch zeigen.“

„Nur drinzubleiben ist kein Ziel, weil es absolut nichts Konkretes ist.“

Während viele seiner Kollegen bei der Frage nach dem Saisonziel nur ausweichen oder mit Floskeln um sich werfen, ist der A-Lizenzinhaber, der seine Elf am Dienstag, 8. Juli, zum Auftakt bittet, herzerfrischend mutig: „Wenn ich spiele, will ich gewinnen. Sobald ich spüre, dass mehr drin ist, gehen wir volle Pulle und spielen auch ganz vorne mit.“

Eine klare Kampfansage an Bielefeld, Lippstadt oder Rheine, die in Nijhuis‘ Augen das Feld anführen werden: „Nur drinzubleiben ist kein Ziel, weil es absolut nichts Konkretes ist. Wir brauchen klare Vorgaben, damit jeder weiß, woran er ist und noch mehr aus sich herauskitzelt. Ob es am Ende reicht, weiß ich nicht, aber wir können ganz bestimmt mithalten.“

Damit dürfte klar sein, dass die Oberliga Westfalen in der neuen Saison nicht nur durch einen Namen, sondern vor allem auch qualitativ aufgewertet wird.

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