26.02.2014

SG Wattenscheid 09

Was geht da mit "Gala"?

Türkische Medienberichte sorgten in den letzten Stunden und Tagen für helle Aufregung im Umfeld der SG Wattenscheid 09.

Thema ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Regionalliga-Aufsteiger und Galatasaray Istanbul. Melchiorre "Mano" Oliveri war Anfang der Woche in Istanbul vor Ort und traf sich mit den Verantwortlichen des türkischen Rekordmeisters, darunter auch Präsident Ünal Aysal, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Der 2. Vorsitzende der Sportgemeinschaft erklärte am Mittwoch im Gespräch mit RevierSportdass er auf "eine finanzielle Spritze" hofft.

Vor allem soll es aber eine langfristige Zusammenarbeit geben, die helfen soll, den wirtschaftlich angeschlagenen Revierklub zu stabilisieren. "Letztlich geht es immer um Geld", lässt Oliveri durchschimmern. "Eins ist aber klar: Ich habe Wattenscheid 09 nicht verkauft - und wir haben auch nicht vor das zu tun. Wir machen uns nicht abhängig. Ziel ist eine Zusammenarbeit, von der alle Seiten profitieren."

"Ist immer noch ein weiter Weg"

Die Patenschaft wird wohl eher vorsehen, dass Wattenscheid als "Farmteam" des türkischen Renommierklubs fungiert. Vorstellbar ist beispielsweise, dass Galatasaray ein Vorkaufsrecht an türkischstämmigen Talenten erhält und im Gegenzug finanzielle Unterstützung bei der Fortentwicklung der Jugendabteilung erhält.

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Für Oliveri hat die angedachte Zusammenarbeit aber auch noch andere Aspekte. "Wattenscheid 09 hat immer noch einen sehr guten Namen, auch überregional. Trotzdem ist es für den Verein sehr schwer zu bestehen, das sieht man daran, wie schwierig es ist Sponsoren zu finden oder Zuschauer ins Stadion zu locken. Wir können in Zukunft sicherlich noch größere Potenziale ausschöpfen, was die Wirkung in der Öffentlichkeit angeht. Dabei kann ein Verein wie Galatasaray, der bei der Bevölkerung mit türkischen Wurzeln eine unheimliche Strahlkraft hat, nur helfen. Nicht zuletzt hat das auch einen politischen Aspekt, wenn man bedenkt, wie viele Türken hier im Ruhrgebiet leben."

Noch aber will Oliveri nicht allzu große Erwartungen schüren: "Es gab schon öfter Kontakte in diese Richtung, jetzt sind wir weiter als sonst. Die Tür ist nicht nur offen, wir stehen jetzt drin. Aber es ist immer noch ein weiter Weg."

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