MSV Duisburg U19

Zwischen Pommesbude und Trainingsplatz

Philipp Bromma
05. Dezember 2013, 12:47 Uhr

Es steht noch nicht fest, ob ich in Duisburg bleibe“, sagt Nils Pagojus vor den Vertragsgesprächen Ende dieser Woche. Doch der Youngster ist ganz entspannt.

Seit vier Jahren kickt er beim MSV Duisburg und gehört in der U19 zu den Leistungsträgern. Jetzt ist der Mittelfeldspieler im letzten Jahr als Juniorenspieler angekommen, einen Gang in die Seniorenmannschaften schließt er aber beileibe nicht aus: „Mein erster Ansprechpartner ist der MSV.“

„Ich finde, dass ich ganz gut mithalten kann.“

Kein Wunder, sammelte Pagojus doch schon Erfahrungen bei den Profis: Sowohl für die Erste, als auch für die U23 durfte er in je einem Freundschaftsspiel auflaufen. Bei Karsten Baumanns Mannschaft hat er außerdem „schon knapp zehn Mal“ mittrainiert. „Ich war vor den ersten Einheiten natürlich richtig nervös“, gibt Pagojus zu: „Mittlerweile geht’s aber. Das Training ist zwar schneller und körperbetonter, doch ich finde schon, dass ich ganz gut mithalten kann.“

Auch das Freundschaftsspiel beim TV Jahn Hiesfeld war für den gebürtigen Duisburger eine tolle Erfahrung: „Wir waren das bessere Team und ich konnte mich auch nach vorne gut einbringen. Das hat wirklich Spaß gemacht.“

Dass Pagojus oben so gut mithalten kann, dürfte auch an seinem U19-Coach Carsten Wolters liegen. „Er ist ein wirklich guter Mann und bringt uns alle weiter nach vorne“, findet Pagojus und schiebt erklärend nach: „Wir haben zudem einen Krafttrainer, einen Fitnesstrainer und so weiter. Dadurch wird sehr individuell auf uns eingegangen. Das hilft Jedem, noch besser zu werden.“

„Für die Jugend ist der Abstieg gar nicht so schlecht.“

Trotz Drittklassigkeit der ersten Mannschaft ist in Meiderich alles sehr professionell geblieben. Über den Zwangsabstieg im Sommer hat sich aber auch Pagojus „natürlich Gedanken“ gemacht. Doch in den finanziellen Problemen seines Vereins sieht er auch eine Chance: „Es ist für einen jungen Spieler wie mich natürlich etwas einfacher, in der 3. Liga zum Einsatz zu kommen, als in der zweiten Klasse. Für die Jugend ist der Abstieg daher gar nicht so schlecht.“

Deshalb steht die U19 ein bisschen mehr im Fokus, überzeugen konnte sie bislang aber kaum. Mit dem Saisonverlauf ist auch Pagojus unzufrieden: „Ich denke, dass wir besser sind, als die Tabelle es aussagt. Wir können gegen die Teams von oben sehr gut mithalten, das hat man zum Beispiel gegen Leverkusen und Schalke gesehen, gegen die wir geführt, aber noch den Ausgleich kassiert haben. Wir müssen versuchen, die Spiele konzentrierter zu Ende zu spielen.“ Fünf bis acht Zähler wurden bislang verschenkt, weshalb der Zebra-Nachwuchs nur Siebter ist. Pagojus ist sich sicher: „Wir können noch mehr und werden es zeigen.“
Uwe Schubert: „Wir wollen Nils halten.“

Uwe Schubert, Chef des Nachwuchsleistungszentrums, kennt die Qualitäten des Kaders und Pagojus‘ genau. Deshalb möchte er auch den Vertrag verlängern: „Nils hatte im letzten Jahr leider großes Verletzungspech. Trotzdem wollen wir ihn halten, weil er enormes Potenzial besitzt.“

Auch wenn er bereits oben reinschnuppern durfte, verlässt sich Pagojus nicht auf eine Profikarriere: „Ich habe mein Abitur gemacht und möchte nun eine Ausbildung oder ein Studium anfangen. Was genau, weiß ich aber noch nicht.“ Einen Nebenjob hat er aber schon: „Ich helfe meinem Opa jeden Tag in der Pommesbude.“

Autor: Philipp Bromma

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