13.11.2013

SV Rödinghausen

"Haben nie eine große Klappe gehabt"

Nach dem 0:4 in Erndtebrück hat der SV Rödinghausen mit den Folgen zu kämpfen. Aber auch mit der Tatsache, dass Misserfolge des Aufsteigers anderswo Genugtuung auslösen.

RevierSport sprach mit SVR-Trainer Mario Ermisch.

Mario Ermisch, ist der Ärger nach der 0:4-Niederlage in Erndtebrück mittlerweile wieder verraucht?
Wenn man erstmal eine Nacht darüber geschlafen hat, sieht es ja immer schon wieder etwas anders aus. So ganz habe ich das aber auch drei Tage später noch nicht abgehakt.

Ärgern Sie sich über die harte Gangart des Gegners oder die Linie des Schiedsrichters – oder hat das eine mit dem anderen unmittelbar zu tun?
Das gehört schon zusammen. Vor allem, wenn man als Schiedsrichter sehr viel laufen lässt. Es gibt Spieler, die dann Grenzen überschreiten. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass die Stürmer oder die Spieler, die richtigen Fußball zeigen wollen, geschützt werden. Das war nicht der Fall.

Stattdessen müssen sie nun drei Ausfälle verkraften.
Nico Schneck hat eine Knieverletzung, ich weiß noch nicht, ob er länger ausfällt. Lars Schröder hat eine Knöchelprellung und kann erstmal nicht trainieren. Am meisten ärgert mich aber die Rote Karte gegen Francis Williams. Das war mehr als ein Witz! Er stochert nach dem Ball – als ich dann aber den Spielbericht gesehen habe, in dem steht, dass er eine Tätlichkeit begangen und den Gegenspieler gegen den Hals getreten haben soll, dachte ich, ich lese nicht richtig! Am Spielfeldrand habe ich mich mit Leuten aus dem Erndtebrücker Lager unterhalten, die manche Schiedsrichterentscheidung im Übrigen auch ncht verstehen konnten.
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Wissen Sie schon, wie lange er gesperrt wird?
Ich rechne mit vier Wochen. Aber wir jammern nicht. Wir können auch durchaus mal ein Spiel verlieren, das ist kein Problem. Das war ein Scheißtag, aber wir haben auch nicht alles auf den Teller gebracht, was nötig war.

Trotzdem stehen Sie jetzt aber als schlechter Verlierer da.
Dass ich nicht zur Pressekonferenz erscheinen wollte, stimmt so auch nicht. Eine Viertelstunde nach dem Spiel bin ich im Kabinengang gefragt worden, ob es mir nicht lieber wäre, wenn ich nicht an der Pressekonferenz teilnehme. „Das ist in meinem Sinne“, habe ich geantwortet.

Befürchten Sie, dass Ihnen Spiele wie in Erndtebrück in dieser Saison noch öfter bevorstehen?
Wir müssen damit klarkommen. Wir haben uns auch den Schneid abkaufen lassen und nicht gut genug dagegen gehalten, das habe ich der Mannschaft auch so gesagt. Das 1:1 gegen Ahlen war auch ein hart geführtes Spiel, da war richtig was los, es war ein schöner Schlagabtausch, aber damit kann ich leben. Jede Mannschaft kann ja ihre Mittel frei wählen, um im Fußball zum Erfolg zu kommen. Aber es darf nicht in die falsche Richtung gehen.

Aber gegen Rödinghausen sind viele Konkurrenten sicherlich besonders motivert, oder?
Es herrscht eine weit verbreitete Neiddebatte. Da kommt das stinkreiche Rödinghausen, der Ligakrösus, das Hoffenheim der Liga und so weiter. Dabei kennen die Leute unseren Etat doch gar nicht. Wir haben nie behauptet, dass wir aufsteigen wollen, sondern gesagt, dass wir eine gute Rolle spielen wollen – was ja auch der Fall ist. Das ist immer von anderen reingetragen worden. Wir haben nie eine große Klappe gehabt.

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