Blankes Chaos am Tivoli

Aachens Torwart von eigenem Fan geschlagen

Martin Herms
02. November 2013, 17:46 Uhr

Das Traditionsduell zwischen Alemannia Aachen und Rot-Weiß Oberhausen wurde von einem traurigen Vorfall überschattet. Ein Spieler wurde nach Abfiff geschlagen.

Schon vor dem Anpfiff hatten die Anhänger der Schwarz-Gelben ihre zweifelhafte Haltung kundgetan. Auf einem etwa 40 Meter langen Spruchband machten die Fans ihrem Unmut über die zuletzt schwachen Leistungen ihrer Mannschaft Luft. „Ehret das Dreieck mit letztem Willen, dann werden wir wieder singen. Andernfalls – so sieht’s aus – ziehen wir euch die Trikots aus“, lautete die Drohung an die eigenen Spieler. Unmittelbar nach dem Anpfiff zog sich ein Großteil der Aachener Fangemeinde in die Katakomben des Stadions zurück. Erst ab der 20. Minute kehrten die Zuschauer zurück und begannen mit dem Support.

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Nach dem Oberhausener Treffer zum 2:0 und dem folgenden Abpfiff eskalierte die Situation am Tivoli. Der Kopf von Trainer Peter Schubert wurde lautstark gefordert, zudem stiegen mehrere Fans auf die Zäune. Dank ausreichender Polizei-Präsenz gelang es, die Situation weitestgehend zu kontrollieren. Dennoch kam es zu einem Eklat, als einige Spieler der Alemannia den Dialog mit den Zuschauern suchten. Torhüter [person=5175]Frederic Löhe[/person] soll dabei von einem Chaoten geschlagen worden sein. Seinem Trainer Peter Schubert platzte auf der anschließenden Pressekonferenz der Kragen. „Das kann einfach nicht sein, wir sind hier in einem falschen Film. Wenn ein Spieler, der sich den Fans stellt, geschlagen wird, stimmt etwas ganz gewaltig nicht“, sagte Schubert und fügte hinzu: „Es kann doch einfach nicht sein, dass unsere Spieler Angst haben müssen. Das ist eine junge Mannschaft, die im Sommer neu zusammengestellt wurde. Für so etwas habe ich überhaupt kein Verständnis.“

Kunkel versteht die Welt nicht mehr

Unterstützung erhielt Schubert von seinem Trainerkollegen Peter Kunkel. Der RWO-Coach verurteilte die Aktion der Alemannia-Fans und nahm in diesem Zusammenhang auch seinen Essener Kollegen Waldemar Wrobel in Schutz, der seit einigen Wochen bei den Fans von Rot-Weiss Essen auf der Abschussliste steht. „Ich frage mich ernsthaft, wo wir hier gelandet sind. Das hat mit Sport überhaupt nichts mehr zu tun. In Essen wurden Spieler angespuckt und der Kopf des Trainers gefordert. Hier werden Spieler von den eigenen Fans sogar geschlagen. Mein Kollege Peter Schubert tut mir einfach nur Leid. Er hat im Sommer ein neues Team aus dem Boden gestampft und muss nun so etwas miterleben. Das geht überhaupt nicht.“

Autor: Martin Herms

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