90 + 11! Rekordverdächtige Nachspielzeit

26.08.2013

Essen: Kreisliga kompakt

90 + 11! Rekordverdächtige Nachspielzeit

Dass das Spiel zwischen den Ballfreunden Bergeborbeck und Al-Arz Libanon es in sich haben würde, war allen Beteiligten nach dem Wechsel von Issa Allouche klar.

Kreisliga A Nord-West

Der ehemalige Spielertrainer von Al-Arz war nämlich vor der Saison an die Hagenbecker Bahn gewechselt. Bei den "Libanesen" war von diesem Wechsel zum Liga-Konkurrenten nicht jeder angetan. Dass die Partie jedoch so ausufert und nach dem Schlusspfiff noch kaum über das Sportliche gesprochen würde, war doch überraschend und traurig zugleich. "Ich habe ein paar Szenen auf und neben dem Platz beobachtet, die nichts bei einem Fußballspiel zu suchen haben. Mehr möchte ich dazu überhaupt nicht sagen", bilanziert Frank Zabinski, Trainer der Ballfreunde Bergeborbeck, das 1:1-Remis gegen Al-Arz - inklusive einer elf-minütigen Nachspielzeit.

Fadi Zein: "Meiner Meinung nach ist das nicht in Ordnung"

Zuvor hatte Fadi Zein, Coach der "Zedern", Zabinski beschuldigt, an der rekordverdächtigen "90+11-Spielzeit" Schuld gewesen zu sein: "Was Zabinski sich da an der Seitenlinie geleistet hat, geht gar nicht. Das Spiel wurde hart und aggressiv geführt. Viele Spieler lagen auf dem Boden, auch unsere Jungs. Zabinski hatte jeden unserer Spieler Schauspielerei vorgeworfen und hat es nicht verstanden, wenn sie mal länger als 30 Sekunden auf der Asche lagen." Und auch Allouche, der einst mit Zein die "Libanesen" führte, und am Sonntag per Foulelfmeter (90.+2) den Ausgleich für die "Orangenen" erzielte, bekam sein Fett weg: "Wir alle respektieren Issa Allouche sehr. Doch diesmal war sein Verhalten nicht in Ordnung. Erst holt er den Elfmeter raus, dann lächelt er in meine Richtung, er wusste genau, dass das kein Strafstoß war und dann tritt er noch selbst an."

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Sportlicher und vor allem respektvoller ging es in der Partie zwischen SG Schönebeck und Tusem Essen zu. Der Aufsteiger vom Fibelweg überraschte dabei den Aufstiegsaspiranten und holte ein 1:1-Unentschieden in Schönebeck. "Das war zwei Minuten vor Schluss den Ausgleich kassieren, ist sehr bitter. Aber wir haben die letzte Viertelstunde auch nichts mehr gemacht. Deshalb sind wir auch selbst Schuld", resümierte Florian Köhler, neuer Sportlicher Leiter an der Ardelhütte.

Temur lässt den Dampfhammer im Keller

Einen Traumstart hingegen erwischte ein anderer Aufsteiger: Die SG Altenessen II. Die Reserve des Bezirksligisten schickte den FC Stoppenberg mit einem 0:7 im Gepäck zurück in Richtung "Hallo". "Das war ein standesgemäßes Ergebnis. Wir haben mit einer A-Jugend gespielt und die SGA mit vier, fünf gestandenen Bezirksliga-Kickern. Vor allem in der ersten Halbzeit war das eine Lehrstunde für meine Mannschaft. Ich werde aber mit Sicherheit jetzt nicht den Dampfhammer rausholen", sagt Stoppenbergs Trainer Cengiz Temur.

Kreisliga A Süd-Ost

Spätestens nach der knappen 0:2-Niederlage im Niederrheinpokal beim Oberligisten Wuppertaler SV war klar, dass Blau-Weiß Mintard trotz des vollzogenen personellen Schnittes ein heißer Aufstiegsanwärter ist. Am Sonntag untermauerten die Mülheimer beim 6:1-Kanteriseg in Heisingen ihre Ambitionen. "Mintard hat eine überragende Mannschaft beisammen. Ich habe Kray 04 und Rüttenscheid noch nicht gesehen, aber das war schon stark. Die haben junge, talentierte Spieler in ihren Reihen, die ständig unterwegs sind. Ich kann meinen Jungs nichts vorwerfen, gegen diesen Gegner hatten wir keine Chance", zollte Özcan Yalili, Trainer der HSV-Reserve, Marco Guglielmi und seinen Mintardern Respekt.

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Souverän löste auch der SV Kray 04 (2:0 bei den VfL Sportfreunden) seine Aufgabe am 1. Spieltag. Ähnlich gut macht es der Rüttenscheider Sportclub. Beim FSV Kettwig feierte der RSC einen 3:0-Erfolg. "Das war ein guter Start. Man hat aber auch gesehen, dass der FSV Probleme hat und nicht von wenigen Experten zu den Abstiegskandidaten gezählt wird. Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass die Kettwiger eine kampfstarke Truppe beisammen haben. Da werden noch einige stolpern. Deshalb bin ich umso glücklicher, dass wir das so gut gelöst haben", bilanziert RSC-Coach Ingo Büser.

Derweil musste der Aufsteiger SV Isinger in seinem ersten Heimspiel eine 3:5-Niederlage gegen das Top-Team des SuS Niederbonsfeld hinnehmen. "Die Hattinger werden zu den Aufstiegsanwärtern gezählt. Deshalb ist die Leistung hoch einzuordnen. Wenn man bedenkt, dass bei uns noch drei Stammspieler gefehlt haben, dann war das schon stark. Bei den Gegentreffern haben wir Lehrgeld bezahlt. Das wird sich aber mit der Zeit ändern. Wir sind Neuling und müssen noch lernen", sagt Patrick Turek, Sportlicher Leiter des SVI.

Kreisliga B1 Nord-West

Für den SV Borbeck hat die neue Spielzeit so begonnen, wie die alte aufhörte: Enttäuschend. Die Truppe von der Prinzenstraße musste am Vogelheimer Lichtenhorst eine überraschende 2:4-Niederlage gegen Barisspor einstecken. "Ich verstehe es nicht. Ich weiß auch nicht, woran es hapert. Wir haben eine richtig gute Vorbereitung absolviert und dann das. Wir waren einfach nicht aggressiv genug, unser Umschaltspiel war schlecht. Es haben einfach viel Dinge nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben", resümiert Borbecks Übungsleiter Dirk Bollmann.

Alles andere als enttäuschend waren derweil die Auftritte von NK Croatia Essen (3:0 gegen VfB Frohnhausen II) oder dem BV Altenessen im Reserve-Duell in Haarzopf, wo der BVA mit 2:1 die Oberhand behielt.

Kreisliga B2 Nord-West

Herber Dämpfer für den ESC Preußen! Die "Unaufsteigbaren", die zuletzt in drei Anläufen den A-Liga-Aufstieg verpassten, verloren nahezu sensationell mit 2:5 gegen den FC Karnap. Dabei hatte der ESC noch wenige Tage zuvor A-Ligist Sportfreunde Altenessen 18 (0:1) im Kreispokal am Rande einer Niederlage. "Ich kann mir die Leistung gegen Karnap auch nicht erklären. Gegen Altenessen laufen die Jungs noch um ihr Leben und gegen Karnap sind beim ersten Rückstand alle Köpfe unten. Das ist eine reine Einstellungssache und die war gegen Karnap schlecht. Das hat schon am Vorabend begonnen. Manche Spieler haben sich nicht dementsprechend auf ein Ligaspiel vorbereitet", bemängelt Preußens Geschäftsführer Daniel Künzel, der Trainer Manfred Schröder (Familienurlaub) vertrat.

Besser als der ESC meisterten dagegen die Aufsteiger und Mitfavoriten Vogelheimer SV II (3:0 bei SG Schönebeck II) und Sportfreunde Katernberg (5:1 bei Sportfreunde Altenessen II) ihren Auftakt in die neue Serie.

Kreisliga B1 Süd-Ost

So hatte sich Jörg Großmann den Saisonstart vorgestellt. Der neue Trainer des TC Freisenbruch behielt mit seiner Mannschaft gegen die Drittvertretung des SV Burgaltendorf mit 2:1 die Oberhand. Großmann: "Das war ein gelungener Beginn. Burgaltendorf wird mit Sicherheit oben mitmischen und wir haben das gegen diesen starken Gegner klasse gemacht. Insgesamt war es ein sehr gutes Kreisliga-B-Spiel."
[infobox-right] Anmerkung: Da es zur Saison 2014/2015 nur eine Kreisliga-B-Staffel im Süd-Osten mit 22 Mannschaften geben wird, steigen nach der laufenden Saison mindestens sechs Mannschaften aus der B1- sowie B2-Staffel ab.[/infobox]

Absteiger Blau-Gelb Überruhr (2:9 gegen TC Freisenbruch II) startete ähnlich erfolgreich in die neue Spielzeit wie auch der Meisterschaftsfavorit Blau-Weiß Mintard II (7:2 bei ESG 99/06 II).

Kreisliga B2 Süd-Ost

Das hatten sich die Verantwortlichen des ESV Frillendorf wahrlich anders vorgestellt: Holger Prang unterlag mit seinem Team am 1. Spieltag Winfried Huttrop mit 1:2. "Wir haben den Saisonstart verpatzt. Das ist richtig ärgerlich. Wir haben noch vor kurzem ein schönes Trainingslager auf Borkum absolviert. Ich hätte danach nicht gedacht, dass wir gegen Huttrop verlieren", ist Prang enttäuscht.

Erfolgreicher starteten unter anderem Mitfavorit Winfried Kray (4:2 gegen FSV Kettwig II) und der Top-Kandidat auf die Meisterschaft FC Kray III (2:0 beim TC Freisenbruch III) in die Saison.

Autor: Krystian Wozniak

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