Mit einer größtenteils blamablen Vorstellung hat sich S04 in die zweite Pokalrunde gequält. Beim 2:0 in Nöttingen war kein Schalker in Bundesligaform.

Schalke: Einzelkritik

Kein Schalker in Bundesliga-Form

05. August 2013, 20:35 Uhr

Mit einer größtenteils blamablen Vorstellung hat sich S04 in die zweite Pokalrunde gequält. Beim 2:0 in Nöttingen war kein Schalker in Bundesligaform.

Nach den 93 Minuten im Karlsruher Wildpark fragten sich die Schalker Fans wohl nur, warum Trainer Jens Keller Youngster Leon Goretzka nicht eher gebracht hat. Während alle seiner Mitspieler den Beweis ihrer Qualität schuldig blieben, brauchte der 18-Jährige keine fünf Minuten, um seine Klasse zu demonstrieren.

Hier die Schalker Einzelkritik zum Spiel:

Timo Hildebrand (3): Hatte seine beste Szene bereits in der 5. Minute, als er einen satten Linksschuss von Michael Schürk noch so eben übers Tor lenken konnte. Wurde erst in der Schlussphase wieder geprüft und blieb cool.

Marco Höger (5): Die Partie gegen den Fünftligisten war einmal mehr der Beweis dafür, dass er als Rechtsverteidiger nur ein Lückenfüller ist. Brachte nach vorne kaum etwas zustande und offenbarte auch in der Defensive Schwächen.

Joel Matip (5): Stand völlig neben sich. Erinnerte mit seinen zahlreichen Fehlpässen an seine schlimmsten Phasen, als er zum Buhmann der eigenen Fans wurde. Wenn er so weiter macht, sitzt er bald auf der Bank und Felipe Santana spielt für ihn.

Benedikt Höwedes (4+): Hatte Glück, dass er bereits in der 3. Minute nicht einen Elfmeter gegen sich erhielt, als er den anfangs kaum zu bremsenden Schürk fünf Meter vor dem eigenen Kasten heftig am Trikot zerrte. Schnauzte in der schlimmen Anfangsphase seine Mitspieler häufig an – völlig zurecht! Verhinderte nach einer knappen halben Stunde mit einer guten Grätsche erneut gegen Schürk einen möglichen Nöttinger Gegentreffer.

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Christian Fuchs (4-): Hatte die aus der letzten Saison bekannten Probleme in der Zuordnung und mit seinem Stellungsspiel. Was richtig nervte, waren seine zahlreichen Rückpässe auf Hildebrand, und das teils von der Mittellinie! Dafür passte seine Flanke mit dem schwachen rechten Fuß auf Huntelaar vor dessen Treffer zum 1:0.

Roman Neustädter (4-): Stand bei der besten Nöttinger Chance, dem Lattenkopfball von Holger Fuchs, schlecht. Ihm ist nur zu wünschen, dass er seine schwache Form aus dem Vorjahr nicht in die neue Saison mitschleppt.

Jermaine Jones (4): Stand sich selbst und seinen Teamkollegen einmal mehr im Weg, da er zu oft den Ball forderte und dann selten etwas damit anzufangen wusste. Kämpferisch war es bei ihm, wie immer, in Ordnung. Ärgerte sich über Szalai, dass der ihm nach einer Stunde das fast sichere Tor zum 2:0 wegnahm.

Christian Clemens (5): Ein enttäuschendes Pflichtspiel-Debüt für Schalke! Hatte keine echte Bindung zu seinen Mitspielern und konnte seine Schnelligkeit kaum ausspielen. Verpasste in der 23. Minute im 16er einen etwas zu lang geratenen Neustädter-Pass und verlor Mitte der zweiten Halbzeit aus guter Position 15 Meter vor dem gegnerischen Kasten die Nerven, statt in Ruhe den Abschluss zu suchen. Bezeichnend für seine und die gesamte Schalker Leistung war sein überhasteter Schuss kurz vor dem Abpfiff, als das Nöttinger Tor leer war.

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Julian Draxler (5): Er muss einfach zentral spielen, sonst ist er um seine größten Stärken beraubt. Konnte sich links zwar ein paar Mal gut durchsetzen und hätte nach einer schönen Aktion in der 76. Minute fast das 2:0 geschafft, aber meist hielt er die Kugel zu lange und verlor einige Bälle in pomadiger Manier. War unzufrieden mit sich selbst, sonst hätte er sich kurz vor Schluss nicht zu einer – zum Glück nur mit Gelb geahndeten – Tätlichkeit hinreißen lassen.

Adam Szalai (4-): Wirkte zunächst äußerst unglücklich, weil er fast jeden Ball direkt spielen wollte, diese aber nicht ankamen. Dann aber hatte er im richtigen Moment zwei gute Szenen, als er zunächst vor Huntelaars Treffer zur Schalker Führung den Ball geschickt durchließ und vier Minuten später eine Clemens-Hereingabe am kurzen Pfosten nur knapp verpasste.

Klaas-Jan Huntelaar (3): Er ist eben ein klassischer Torjäger! Brauchte nur die eine Chance, um das 1:0 zu besorgen und für etwas Ruhe im bis dahin chaotischen Schalker Spiel zu sorgen. Hatte eine weitere gute Szene, als er Szalai und Jones zum 2:0 einlud, die beiden sich aber gegenseitig behinderten.

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