03.08.2013

Timur Karagülmez

Abenteuer Türkei schon vorbei

Er wollte den Durchbruch als Fußball-Profi in der Türkei schaffen, doch nach nicht einmal sechs Monaten ist Timur Karagülmez wieder zurück in Deutschland.

Und täglich grüßt das Murmeltier... Wie schon etliche Kollegen vor ihm, ist auch Timur Karagülmez dem Lockruf aus seiner Heimat erlegen und ist voller Tatendrang in die Türkei gewechselt. Kein halbes Jahr später ist der 23-Jährige aber wieder zurück in Deutschland. Mit im Gepäck: Jede Menge Ernüchterung und ein reichhaltiger Erfahrungsschatz.

Die Vertragslaufzeiten sind Schall und Rauch

„Solange kein namhafter Erstligist anfragt, würde ich niemandem den Wechsel in die Türkei empfehlen“, will Karagülmez mögliche Nachahmer warnen: „Dort braucht man jemanden, der hinter einem steht, sonst ist man aufgeschmissen.“

Diese Erfahrung musste der Offensivallrounder am eigenen Leib erfahren. In der Winterpause wechselte er vom FC Kray zum Viertligisten Altinordu, mit dem er zwar den Aufstieg feierte, doch dann sein blaues Wunder erlebte. „Alles war in Ordnung, doch plötzlich sagte mir der Trainer, dass er nicht mehr mit mir plane, obwohl er drei Tage zuvor noch gesagt hatte, dass ich die neue Mannschaft führen soll“, ist der ehemalige Hülser verwundert.

Dabei hatte Karagülmez noch einen Zwei-Jahresvertrag: „Ob die Zusage für ein oder drei Jahre gilt, ist egal. Die Spieler sind ausgeliefert.“

Erfahrung nicht missen

Weil er erst vor einem halben Jahr seine Zelte in Gelsenkirchen abgebrochen hatte, wollte der Techniker eigentlich am Bosporus bleiben und stellte sich bei einem Drittligisten in Istanbul vor. „Ich habe keinen Berater und bin alleine zur Verhandlung gegangen“, berichtet Karagülmez: „Als ich dem Präsidenten gesagt habe, dass es in der Türkei viele leere Versprechungen geben würde, meinte er nur: ‚Stimmt.’ Da war für mich klar, dass ich zurück nach Deutschland komme.“

Warum viele Deutsch-Türken so frustriert aus der Heimat zurückkehren, weiß Karagülmez: „Man wird mit Geld gelockt, bekommt es aber nur selten. Ich hatte Glück, dass wir durch die Sieg- und Aufstiegsprämien Kohle erhalten haben, aber vielen geht es anders.“

Dennoch möchte er die Erfahrungen nicht missen: „Ich bin im letzten halben Jahr sowohl menschlich als auch sportlich gereift.“ Bei der kampfbetonten Spielweise in der Türkei hat er vor allem seine Defensivfähigkeiten verbessert.
Aber nicht nur deshalb sieht er sich für die Regionalliga gerüstet: „Ich habe die Qualität, in der vierten Liga zu spielen, möchte jetzt aber eigentlich nur einen Verein finden, der mich haben will und bei dem ich die Lust am Fußball zurück bekomme.“

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