Tief haben die Vereine der 3. Liga vor der neuen Saison mit einer ambitionierten Ausnahme nicht in die Tasche gegriffen. Große (Nach-)Namen gibt es trotzdem.

Transfers in der 3. Liga

Nur vermeintlich große Namen

sid
17. Juli 2013, 10:27 Uhr

Tief haben die Vereine der 3. Liga vor der neuen Saison mit einer ambitionierten Ausnahme nicht in die Tasche gegriffen. Große (Nach-)Namen gibt es trotzdem.

Patrick Milchraum hat gewonnen, was er gewinnen konnte - zumindest in Georgien. Der ehemalige deutsche U21-Nationalspieler sicherte sich in der vergangenen Saison mit dem Rekordmeister Dinamo Tiflis den Titel in der Umaghlessi Liga und durch ein 3:1 gegen Tschichura Satschchere auch den Sieg im David-Kipiani-Pokal. Danach war es für den 29 Jahre alten Double-Gewinner anscheinend Zeit, zu seinen Wurzeln zurückzukehren, zu den Stuttgarter Kickers, in die 3. Liga.

Milchraum ist kein Einzelfall, allerdings weniger wegen seiner Erfolge in der vergangenen Spielzeit. Denn der Mittelfeldspieler ist ablösefrei und entspricht damit dem gängigen Profil in der höchsten Liga unter DFB-Regie. Insgesamt gaben die 20 Vereine bislang erst knapp 1,5 Millionen Euro für Neuzugänge aus, ohne den ambitionierten Aufsteiger RB Leipzig sähe diese Bilanz allerdings deutlich anders aus.

RB Leipzig investierte 1,38 Millionen Euro
Die Sachsen alleine investierten 1,38 Millionen in sieben neue Spieler - knapp 92 Prozent der Gesamtausgaben der Liga. Einzig der Chemitzer Rückkehrer Ronny Garbuschewski, Marco Grüttner (VfB Stuttgart II) und der Neu-Münsteraner Gaetano Manno kosteten die Drittligavereine sonst noch Geld.

Das Leipziger Farmteam des österreichischen Energy-Drink-Herstellers ist es gleichzeitig, das die vermeintlich spektakulärsten Neuen in die Liga bringt: Den erst 19 Jahre alten dänischen Nationalspieler Yussuf Poulsen als Offensivallrounder, den deutschen U18-Auswahlspieler Joshua Kimmich aus der A-Jugend des VfB Stuttgart für das defensive Mittelfeld oder den griechischen U19-Nationalspieler Christos Papadimitriou von AEK Athen für die linke Seite.

Namhafte Neuzugänge in Unterhaching
Namhaft klingen auch drei der Neuzugänge bei der SpVgg Unterhaching an: Götze, Köpke und Rudy verpflichtete der ehemalige Bundesligist für die neue Saison. Echte Kracher sind aber wohl nur deren Verwandte: Fabian Götze ist der große Bruder von Neu-Münchner Mario, Pascal Köpke tritt als Stürmer nur bedingt in die Fußstapfen seines Vaters Andreas, eins von Florian Rudys drei Geschwistern ist der Hoffenheimer Sebastian. Zudem haben die Oberbayern einen echten Killer verpflichtet: Tobias Killer, Mittelfeldspieler. Prominente Abgänge bei Haching übrigens: Tobias Schweinsteiger und Markus Schwabl...

Wesentlich mehr Aderlass musste zwangsläufig der MSV Duisburg hinnehmen: Nach dem Lizenzentzug für die 2. Liga und der wochenlangen Schwebepartie zwischen Liga 3 und dem totalen Absturz verließen den Traditionsverein fast alle spielenden Angestellten. 21 Abgänge verzeichneten die Zebras, Geld brachte aufgrund der ungültigen Verträge kein einziger davon.

Immerhin 400.000 Euro und damit die höchste Summe für einen Spieler nahm der finanziell klamme VfL Osnabrück für Stürmer Simon Zoller ein, der in der kommenden Saison für den 1. FC Kaiserslautern antritt. Vergangenes Jahr erzielte der 22-Jährige immerhin 15 Treffer. Den Niedersachsen wird der Abgang ebenso weh tun wie den Stuttgarter Kickers die Wechsel von Grüttner und Keeper Günay Güvenc, der an den türkischen Spitzenverein Besiktas Istanbul verkauft wurde.

Und sogar der Liga-Krösus musste einen herben Abgang verzeichnen: RB Leipzig verlor Stefan Kutschke, den zweitbesten Torschützen der vergangenen Saison. Vielleicht kommt er ja als Double-Gewinner zurück.

Autor: sid

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