Pokal-Auslosung

Panne in Baumberg sorgt für Verärgerung

sid
16. Juni 2013, 12:19 Uhr

Eine Panne bei der Auslosung der ersten Runde im DFB-Pokal hat vor allem bei Fünftligist Sportfreunde Baumberg für Verärgerung gesorgt.

Unterdessen freut sich Schwarz-Weiß Rehden aus der Regionalliga Nord über das große Los Bayern München. Die von einer Panne geprägte Auslosung der ersten Runde im DFB-Pokal 2013/14 löste unterschiedliche Reaktionen aus. "So wie es gelaufen ist, würde ich jetzt sagen: nochmal neu losen", sagte Baumbergs Präsident Jürgen Schink und ließ damit einen Protest gegen die Auslosung offen.

Freude pur herrschte dagegen bei Nord-Regionalligist Schwarz-Weiß Rehden, der in Triple-Gewinner Bayern München das große Los erwischte. Der 1850-Einwohner-Ort im Landkreis Diepholz bekommt im August (2. bis 5.) Besuch vom Titelverteidiger und Rekord-Pokalsieger. "Ich habe immer gesagt, wir bekommen die Bayern. Das wird ein Riesending! Wir werden in ein anderes Stadion umziehen müssen", sagte ein völlig aufgelöster Predrag Uzelac.

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Der Trainer von Schwarz-Weiß Rehden saß im Kroatien-Urlaub in Sibenik gebannt vor dem Fernseher, als in Köln die Auslosung stattfand: "Das ist der absolute Hammer! Mehr geht momentan ja nicht im Weltfußball. Alle wollten die Bayern haben - nun kommen sie", sagte der 47-Jährige dem SID und fügte schmunzelnd hinzu: "Mal sehen, wie hoch wir gewinnen." Die Internetseite des niedersächsischen Vereins brach nur Sekunden nach der Ziehung zusammen.

Niederrhein-Pokalsieger Baumberg war einer der Hauptbetroffenen der Panne bei der Auslosung im Rahmen der ARD-Sportschau am Samstag. Der ehemaligen Nationalspielerin Nia Künzer ("Ich war sehr nervös") war als Glücksfee versehentlich eine Kugel aus dem Amateurtopf unter dem Arm hindurch in den Profitopf gerutscht. Plötzlich hieß die Paarung SF Baumberg gegen RB Leipzig: Amateurverein gegen Amateurverein.

Markus Stenger, als DFB-Abteilungsleiter verantwortlich für den Pokal, schritt ein und annullierte diesen Losvorgang. DFB-Präsident und Ziehungsleiter Wolfgang Niersbach ordnete daraufhin an, die Kugel mit der Aufschrift RB Leipzig zurück in den Topf 2 zu legen und einen neuen Gegner für Baumberg zu ziehen. Baumberg bekam Zweitligist FC Ingolstadt zugelost. "Er hat absolut souverän reagiert und mit seinem schnellen Eingreifen dafür gesorgt, dass wir ein reguläres Auslosungsergebnis haben", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker und schloss damit eine Wiederholung der Auslosung praktisch aus.

"Wir hatten schon eher auf Schalke, Bayern, Dortmund oder Köln und Düsseldorf gehofft"
"Wir haben am Montag Vorstandssitzung und werden dann dieses Thema noch einmal genau erörtern und beraten, ob wir etwas unternehmen", kündigte Baumbergs Vize Hajo Ditz am Sonntag auf SID-Nachfrage allerdings an. Die Baumberger wussten auch einen Tag nach der Auslosung nicht so recht, wie ihnen geschah. "Wir hatten schon eher auf Schalke, Bayern, Dortmund oder Köln und Düsseldorf gehofft", so Schick.

Die Begründung des DFB, die Panne sei zu einem frühen Zeitpunkt der Auslosung erfolgt und hätte entsprechend keine gravierenden Folgen für den weiteren Verlauf gehabt, sei so nicht nachzuvollziehen. Klub-Vize Ditz machte aber deutlich: "Wir müssen zunächst mal mit dem Los leben. Und nur, um Theater zu machen, werden wir nichts unternehmen." Die endgültige Entscheidung fällt aber erst am Montagabend.

Auch beim SV Wilhelmshaven (gegen Borussia Dortmund), dem Fünftligisten FC Nöttingen (gegen Schalke 04) und dem SV Lippstadt (gegen Bayer Leverkusen) wurde ausgiebig gejubelt. Die Sport-Union Neckarsulm, einziger Sechstligist im 64er-Feld, war mit dem Los 1. FC Kaiserslautern ebenfalls zufrieden. Die SG Aumund-Vegesack aus der Bremen-Liga spielt gegen 1899 Hoffenheim, SV Schott Jena gegen den Hamburger SV.

In jedem Topf befand sich zudem eine "Mischkugel" Erzgebirge Aue/MSV Duisburg, da die Duisburger Liga-Zugehörigkeit für die kommende Spielzeit nicht abschließend geklärt ist. Steigt der MSV wegen der Verweigerung der Lizenz ab, erhielte er den SC Paderborn aus dem Profitopf, hat er aber vor dem Ständigen Schiedsgericht Erfolg, wäre der Gegner der Drittligist VfL Osnabrück.

Autor: sid

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