"Kein Zwanni"-Erfolg

HSV senkt Preise, Initiative jubelt

13. Juni 2013, 08:37 Uhr

Großer Erfolg für die Dortmunder Fan-Initiative "Kein Zwanni - Fußball muss bezahlbar sein": Auch der Hamburger SV ändert zur neuen Saison seine Preisstruktur.

Wenn die Dortmunder Fans in den letzten beiden Spielzeiten zu Auswärtsspielen beim Hamburger SV gereist sind, dann waren die Fahrten immer auch mit einem Protest gegen die horrenden Eintrittspreise verbunden, die der HSV aufruft.

„Gleichstellung von unschätzbarem Wert“

In der Saison 2011/2012 hatten rund 300 BVB-Anhänger die Partie vor dem Stadion im Radio verfolgt, zudem waren knapp 700 Karten für den Gästebereich nicht abgesetzt worden. Im gerade beendeten Spieljahr hatten etwa 1.000 schwarz-gelbe Fans das Stadion zum Anpfiff verlassen und die Heimreise angetreten.

In der kommenden Saison wird es solche Aktionen in Hamburg nicht mehr geben, denn die Fan-Initiative „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ kann einen großen Erfolg verbuchen. Der HSV Supporters Club teilte auf seiner Internetseite mit, dass der Verein die Preisstruktur für Tageskarten im Bereich der Stehplätze geändert hat. In Zukunft kostet ein solches Ticket 16 Euro – und zwar unabhängig vom Gegner sowohl für Heim- als auch für Gästefans. „Wir begrüßen diese Entscheidung des Vorstandes, welche nach intensiven Gesprächen gemeinsam erarbeitet wurde! Für die Fankultur ist die Gleichstellung von unschätzbarem Wert, da gerade die Anhänger der großen Vereine nahezu jedes Auswärtsspiel einen Zuschlag zahlen müssen“, erklärte Christian Bieberstein, Abteilungsleiter der Abteilung Fördernde Mitglieder / HSV Supporters Club.

Auch Marc Quambusch zeigte sich über die Entwicklung beim HSV erfreut. „Es gab dort schon lange Gespräche mit dem Verein, aber wir waren ehrlich gesagt sehr skeptisch, dass wirklich etwas passiert“, sagte der Sprecher der „Kein Zwanni“-Initiative. „Der Druck der Kampagne hat eine Menge bewirkt. Das zeigt, dass man etwas erreichen kann, wenn man gemeinsam ein Ziel verfolgt.“

Dortmund, Hamburg und Berlin als Vorreiter

Neben dem HSV hatten zuletzt schon Borussia Dortmund und Hertha BSC mitgeteilt, künftig auf Topspiel-Zuschläge für Gästefans zu verzichten und dadurch vor allem die Fans der großen Vereine zu entlasten, die praktisch bei jedem Auswärtsspiel tiefer in die Tasche greifen müssen als Anhänger anderer Vereine.

Nichtsdestotrotz hat die Initiative ihr Ziel noch lange nicht erreicht, schließlich gibt es den ungeliebten Aufpreis nach wie vor beim Gros der Klubs und ein Ende der Preiserhöhungen ist auch nicht gesichert. „Das ist kein Endpunkt, sondern ein Anfang“, betont Quambusch. „Einige Vereine haben nun Weitsicht bewiesen. Jetzt sind die anderen Klubs aufgerufen, diesen Beispielen zu folgen.“

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