Malaga-Boss twittert

"Rassismus"-Vorwurf nach CL-Aus

David Nienhaus
10. April 2013, 08:45 Uhr

Scheich Abdullah ben Nasser Al Thani, Besitzer des FC Malaga, ließ nach dem Champions League-Aus bei Twitter seinem Frust freien Lauf und spricht von "Rassimus".

Der Sport hat immer zwei Gesichter: Hier der überschwängliche Jubel, der vergleichbar war mit der Stimmung beim jüngsten Meisterschaftsgewinn in Dortmund, dort die bitteren spanischen Tränen nach einem mehr als unglücklichen Ausscheiden im Viertelfinale der Champions League.

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Trotz der "kaum zu beschreibenden Gefühle" um das "Wunder von Dortmund", dachten die Spieler und Verantwortlichen des BVB auch an den tragischen Verlierer: "In diesem wunderbaren Moment muss man auch mal an unseren Gegner denken und ihm Respekt zollen für eine unglaublich starke Leistung", sagte Dortmunds Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan nach dem 3:2-Sieg gegen Malaga. Borussias Boss Hans-Joachim Watzke ergänzte: "Die Spanier tun mir wirklich leid, sie haben sehr, sehr gut gespielt und waren fast mit zwei Füßen im Halbfinale."

Tröstende Worte, die die Tränen bei den Spaniern aber nicht trocknen. Im Gegenteil. Zwar gratulieren die Spieler des FC Malaga den Dortmundern fair nach dem Abpfiff, der Besitzer des Primera Divisións Klubs, Scheich Abdullah ben Nasser Al Thani, wittert eine Verschwörung nach dem Ausscheiden und vermutete "Rassismus" hinter den Entscheidungen auf dem Platz. Bei dem Siegtreffer des Bundesligisten stand der umjubelte Torschütze Felipe Santana klar im Abseits und auch bei der Entstehung des Treffers darf man zumindest über ein irreguläres Anspiel sprechen.

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"Ich erwarte, dass die Uefa eine Untersuchung einleitet, eine spanische Mannschaft so aus dem Wettbewerb zu nehmen", ließ der Scheich unmittelbar nach dem Schlusspfiff seinem Frust freien Lauf. "Das schadet dem Geist des Sports. Das ist kein Fußball, das ist Rassismus." Malaga und die Uefa - ein nicht enden wollendes Thema. Ende des vergangenen Jahres hatte der Fußballverband die Spanier wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play aus dem Europapokal ausgeschlossen.

Auch Martin Demichelis machte seinem Unmut beim Social-Media-Dienst Twitter Luft und schrieb: "Es ist unglaublich, dass fünf Schiedsrichter das nicht sehen", und fügte ein Foto von der Szene hinzu: "Und sogar das Abspiel vor dem Tor, das ganz klar war. Was für ein Raub!"

Weder der Scheich, noch der ehemalige Bayern-Profi bezogen aber Stellung zu dem 1:2-Treffer, der das Weiterkommen der Spanier bedeutet hätte. Auch da stand ein Spieler klar im Abseits. "Ich habe den Torrichter gefragt, ob der Torschütze noch am Ball war", wunderte sich Dortmunds Schlussmann Roman Weidenfeller nach dem Spiel. Denn dann hätte auch das Tor "niemals zählen dürfen."

Beim BVB spielen die Diskussionen um das "Wie" keine Rolle, das Weiterkommen wird gefeiert - "auch jetzt, unter der Woche", erzählte Nuri Sahin, der nach der Doping-Probe als letzter Spieler seine Sachen aus der Kabine holte und diese leer vorfand. "Ich weiß nicht, wo die Jungs sind, aber wir werden sicherlich gleich alle noch dieses Ereignis begießen."

In Malaga wird dieser Abend sicherlich auch noch für Gesprächsstoff sorgen - oder Scheich Abdullah ben Nasser Al Thani.

Autor: David Nienhaus

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