15.07.2012

RWO: Karoj Sindi

"Der Irak ist viel zu gefährlich"

Wuppertaler SV II, VfB Homberg und VVV Venlo II, so hießen die drei bisherigen nicht gerade hochrangigen Seniorenstationen des 22-jährigen Karoj Sindi.

Dass diese genannten Klubs nicht die attraktivsten Adressen im Fußball sind, weiß der Deutsch-Iraker nur zu genau. Deshalb ist er umso glücklicher einen Vertrag beim SC Rot-Weiß Oberhausen erhalten zu haben.

„Ich komme aus Duisburg, da ist Oberhausen um die Ecke. Ich habe immer schon mit einem Wechsel zu RWO geliebäugelt, dass das jetzt geklappt hat ist einfach traumhaft“, sagt Sindi, der sogar ein Drittligaspiel vorweisen kann. „Ich habe drei Jahre beim WSV gespielt. Wir sind mit der A-Jugend in die Bundesliga aufgestiegen und dann war ich in der Oberligamannschaft aktiv. Als Uwe Fuchs entlassen wurde, wurde Peter Radojewski hochgezogen und er nahm mich mit. Ich durfte gegen Carl-Zeiss Jena 70 Minuten spielen. Leider war das mein einziger Einsatz“, erinnert sich der im irakischen Zakho geborene Sindi. Geht es nach dem Flügelflitzer, dann sollen schon bald viele weitere Drittliga-Einsätze dazukommen – mit RWO. „Wir müssen natürlich auf dem Teppich bleiben. Aber wir wollen die Fans wieder begeistern. Wenn Mannschaft und dieses tolle Umfeld zusammenhalten, dann können wir sicherlich oben mitspielen“, hofft Sindi.

"Meine Eltern haben Angst"

In den bisherigen Vorbereitungsspielen konnten die Fans schon einmal einen kleinen Vorgeschmack über die Qualitäten des Rechtsaußen bekommen. Sindi ist ein flinker, schneller, dribbelstarker Akteur, der auch den Zug zum Tor sucht. „Das ist mein Spiel. Ich versuche meine Schnelligkeit durchzusetzen und meine Mitspieler mit guten Flanken in Szene zu setzen. Wenn sich die Möglichkeit ergibt schließe ich auch selbst ab“, sagt Sindi. Auffällig ist definitiv Sindis Schnelligkeit, diese beeindruckte wohl auch schon den irakischen Nationaltrainer. Denn immerhin hat Sindi drei Testspiel-Einsätze für sein Geburtsland absolvieren können. „Das war eine schöne Geschichte, aber ist eigentlich auch schon wieder Vergangenheit“, sagt Sindi und erklärt: „Ich werde wohl keine Einladungen mehr zum Nationalteam annehmen. Meine Eltern haben Angst. Sie sagen, dass es im Irak viel zu gefährlich sei.“

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Darüber ist Sindi aber auch nicht sonderlich traurig, denn seine ganze Konzentration gilt RWO. „Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets. In Homberg zuhause. Ich wollte immer bei einem Top-Verein im Revier spielen, dass habe ich nun geschafft. Der nächste Schritt ist Erfolg mit Oberhausen zu haben.“

Autor: Krystian Wozniak

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